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DAS BUCH



Pilatus:

Henker wider Willen?

Betrachtungen eines Staatsanwalts

von Hubert Kepper





Ô Preis: 10 EURO

Ô Verlag: Books on Demand GmbH
Ô Auflage: 1 (Juli2003)
Ô Sprache:
Deutsch
Ô ISBN: 3833011203 (Bitte in der Buchhandlung angeben!)

Ô Bezug: Auf 4 Wegen!!!


Ô 1. über jede Buchhandlung

Ô 2. direkt über den Autor
--> bzw. über Frau Dr. Evamaria Kepper,
--> einfach den Titel "PILATUS" im Kontakt-Formular angeben!


Ô 3.Bestellung per Post an:
Herr Ltd. Oberstaatsanwalt a.D. Hubert Kepper
Lacher Straße 44
42657 Solingen

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AUSZUG AUS DEM
BUCH:


"...

GERECHTIGKEIT AUS MENSCHENHAND

Rückblick eines Staatsanwalts

Leser dieser Betrachtungen werden recht unterschiedliche Vorstel-
lungen von Juristen haben, die in der Strafverfolgung tätig sind. Die
meisten von Ihnen haben erfreulicherweise keine persönlichen Erfah-
rungen mit der Strafjustiz gemacht. Ihr Wissen haben sie aus der
Literatur und in jüngerer Zeit vor allem aus Film- und Fernseh-
aufführungen.
Ich, der Verfasser, (Jahrgang 1922), übte den Beruf eines Staats-
anwalts länger als 35 Jahre in den unterschiedlichsten Aufgaben-
gebieten aus, zuletzt als Abteilungsleiter bei einer Generalstaats-
anwaltschaft als Leitender Oberstaatsanwalt.
In meiner beruflichen Tätigkeit wurde ich konfrontiert mit ganz ge-
wöhnlicher Kriminalität wie Diebstahl, Raub, Betrug, Tierquälerei,
Mord, Totschlag, Kinderschändung, mit Falschmünzerei, Vergewalti-
gungen, Beleidigungen, Verkehrsdelikten und anderen ÓalltäglichenÓ
Straftaten sowie mit Ordnungswidrigkeiten. Dazu kamen in meiner
Anfangszeit auch "läppischeÓ Delikte wie Bettelei und Landstreiche-
rei, die heute nicht mehr strafbar sind.

Während einer langen Zeitspanne hatte ich (...) "

...-->> mehr/weiter
 
  Abbildung:
Der Autor des Buches
Lt. Oberstaadsanwalt a.D.
Hubert Kepper

Der Verfasser
des Buches war früher beruflich
als leitender Oberstaatsanwalt
bei der Generalstaatsanwaltschaft
in Düsseldorf (NRW) tätig.


Betrachtungen eines Staatsanwalts.
In dieses spannend erzählte Buch sind die beruflichen Erfahrungen
eines Lebens als Staatsanwalt eingeflossen.
 
 
"...Zu allen Zeiten waren Rechtsfindung, Rechtsprechung und Strafverfolgung von vielschichtigen Motiven und vielfältigen Umständen
geprägt.

Deutlich wird das in besonderer Weise am Beispiel des Pilatus.

Das zu zeigen und an letzte Fragestellungen und Dimensionen
heranzuführen, ist Anliegen dieses Buches."
 
  DAS BESONDERE ERLEBNIS?
Ein HIstoriker aus Bonn stellte an den Autor die Frage,ob ihn außer seiner normalen beruflichen Tätigkeit als Staatsanwalt "ein besonderes Erlebnis zu der subtilen Beschäftigung mit Pilatus veranlaßt habe?"

Die Antwort darauf ließe sich - so der Autor - bei aufmerksamer Lektüre dem Text entnehmen.
 
   
     
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
 

Impressum:

Verantwortlich für den Inhalt der Seiten:



Dr. Evamaria Kepper

Lacher Straße 44

42657 Solingen
Tel/Fax. 0212-812617

   
       

 
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       

- S E I T E N E N D E -

 

 

- TECHNISCHE KEYWORDS ZU DIESER SEITE -

 

- DER PROZEß JESU - BETRACHTUNGEN EINES STAATSANWALTS - PILATUS - THEOLOGIE - JUSTIZ - STAATSANWÄLTE - BERUFSWAHL - ETHIK - ETHOS - RECHTSWISSENSCHAFT - RECHTSPHILOSOPHIE - SCHULD - GEWISSEN - SÜHNE - STRAFJUSTIZ - GESCHICHTE HISTORISCHE VERGLEICHE RECHTSSYSTEME RECHT UNRECHT BELIEBIGKEIT STAATSANWALTSCHAFT JUSTIZBEHÖRDEN Literatur Schriften Literatur-Hinweise Quellenangabe Forschungsliteratur Jahntz/Kähne: Der Volksgerichtshof - Berlin 1982 (2. Auflage Hrsg.: Der Senator für Justiz und Bundesangelegenheiten, Berlin. 2.) Diels Rudolf: Lucifer ante Portas... Es spricht der erste Chef der Gestapo..., Interverlag Zürich 1950; 1.-20. Tausend Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, (S.294) Diels Gestapo (Geheime Staatspolizei), Walter:Der Nationalsozialismus, Dokumente 1933-1945, Fischer
Taschenbuch Verlag Frankfurt, Sept. 1976. In den Waldheim-Verfahren haben Richter, eine Richterin und Staatsanwälte der DDR mitgewirkt. nach dem Vollzug der deutschen Einheit Ermittlungs- und Strafverfahren wegen des
Vorwurfs des Mordes, des Totschlags, der Freiheitsberaubung
geführt worden. Zu Sokrates und Galilei siehe ausführlich Fischer-Fabian S.: Die Macht des Gewissens von Sokrates bis Sophie Scholl, Broemer Knaur München 1987, sowie zu Galilei auch Lütz (unten Ziffer 64, S.112-115). Die neueren Arbeiten von Fischer-Fabian und Lütz von gängigen Klischees abweichen. Über das historische Geschehen bestehen eine Reihe unterschiedlicher Erkenntnisse und Auslegungshypothesen. Dies gilt auch für das Datum des Prozesses Jesu. auf wissenschaftliche oder sonstige Streitfragen in extenso einzugehen. der nach dem Stand der Wissenschaft -
wenn schon nicht erwiesene - so doch - der wahrscheinlichste oder der am meisten einleuchtende Sachverhalt zu Grunde ge-
legt; von ihm wird ausgegangen. Bei dem seit fast 2000 Jahren erörterten emotionsbeladenen Geschehen wird, soweit dies überhaupt menschenmöglich erscheint, eine zielgerichtete apologetische (wie beispielsweise bei der "SchuldzuweisungÓ) Sichtweise tunlichst vermieden. Müller Gustav-Adolf: Pontius Pilatus, der fünfte Prokurator von Judäa und Richter Jesu von Nazareth, Stuttgart Verlag der J.B.
Metzlerschen Buchhandlung
PILATUS HENKER WIDER WILLEN DER PROZEß JESU
Neueste aktuelle Forschungsliteratur zum
Prozeß Jesu
BETRACHTUNGEN EINES STAATSANWALTS 12345678910
Aitmatow Tchingis: Der Richtplatz, Moskau 1986,
hier benutzt: Unionsverlag Zürich 1987 Ben-Chorin Schalom:Bruder Jesus, der Nazarener in jüdischer
Sicht, zuerst 1967 - hier Deutscher Taschenbuch Verlag München 1987,Lapide Pinchas: Wer war Schuld an Jesu Tod?, Gütersloher Taschenbücherei Siebenstern 1419; Gütersloh 1987 Klein Laurentius: Geleitwort zu Laubscher Friedrich: Jerusalem Widerspruch und Verheißung, Geschichte einer Stadt, Friedrich Bahn Verlag Konstanz, Laubscher zitiert
Marc ChagallLaurentius Klein, dem zwei Universitäten den theologischen
Ehrendoktortitel verliehen haben, wird als christlicher Brücken- bauer zum Judentum gelobt. Er ist mit der Buber-Rosenzweig-
Medaille ausgezeichnet worden. Klein hat das theologische
Studienjahr in Jerusalem gegründet, an dem bisher mehr als 700 deutschsprachige Studenten unterschiedlicher Konfession teil- genommen haben. Wouk Hermann:Das ist mein Gott; Glaube und Leben der Juden,
1959 - hier benutzte Deutsche Ausgabe, Albrecht Knaus Verlag Hamburg 1984, Goldmann Verlag,
ISBNFür die Ausführungen über die Römerherrschaft sind herangezogen:
Mommsen Theodor: Römische Geschichte Bd.7, DTVBiblio-
thek, 3. Auflg. 1984 München, ISBN zu Syrien, zu Judäa und die Juden. Müller Karlheinz: Möglichkeit und Vollzug jüdischer Kapitalgerichtsbarkeit im Prozess gegen Jesus von Nazaret, im Kertelge
Karl, Der Prozess gegen Jesus, Herder Freiburg-Basel-
Wien 1988, ISBN Philo von Alexandria, die Werke in deutscher Übersetzung; Hrsg. Leopold Cohn, Isaak Heinemann, Maximilian Adler und Willy Theiler Walter de Gruyter & Co Berlin 1964: Die Gesandschaft an Caligula, (S.21 f.) übersetzter Text von Buch-
wald - Grant Michael:Roms Cäsaren (übersetzt aus dem Englischen), Gondrom Verlag Bindlach 1985, Kurth Wolfram / Lange-Eichbaum Wilhelm:Genie Irrsinn und Ruhm, 6.Aufl., Ernst Reinhardt Verlag München/Basel 1967, v. Hentig Hans: Über den Cäsarenwahn, Die Krankheit des Kaisers Tiberius, Verlag von Bergmann München 1924, (S.25). )Sueton Cäsarenleben von Max Heinemannbearbeitet von Reinhard Häussler, (S.224). Tacitus: Annalen, ed. Carl Hoffmann, Emil Vollmer Verlag
Wiesbaden Lizenzausgabe des Heimeran Verlages 1980,Dommershausen Werner: Die Umwelt Jesu, Herder Freiburg -
Basel - Wien, 4. Auflage als Sonderausgabe Freiburg 1977/87 mit ausführlichem Literaturverzeichnis.
Gnilka Joachim: Der Prozess Jesu nach den Berichten des Markus und Matthäusin: Kertelge (siehe Ziff.17b) zu "iusÓ bzw.
"potestas gladiiÓ mit Literaturhinweisen. Zum Verhältnis Tiberius - Seian: Friedental Martin: Seian, eine Studie zur Regierung des Tiberius, (Doktorarbeit; grundlegend) Universität Heidelberg 1957 (nur in Maschinenschrift). Kroll Gerhard: Auf den Spuren Jesu, Verlag Kath. Bibelwerk Stuttgart, Lizenzausgabe des Benno-Verlages Leipzig GmbH 1979, (S.440 ff.), in dem mit Akribie verfassten wird Seianus, der Chef der kaiserlichen Garde, als berüchtigter
Antisemit gekennzeichnet, (S.199). Ernennung habe Pilatus
seinem Gönner Seianus zu verdanken Kroll führt (ohne
dafür eine Quelle zu benennen) weiter aus, : ÓAus
Dankbarkeit gab Pilatus seinem Erstgeborenen den Namen sei-
nes Gönners: Aelius (Seianus).Ó Hinweise auf Kinder des Pilatus
wurden in der vorliegenden Literatur allerdings nicht gefunden.
21.)Pixner Bargil (Vergil): Noch einmal das Prätorium in:Zeitschrift
des Deutschen Palästinavereins (1979), Köln,
Pater Bargil Pixner, OSB aus Südtirol, verstorben im März 2002,
gehörte seit über 20 Jahren der Benediktinerabtei in Jerusalem
(Dormitio) an. Er gilt für fast alle Religionsgemeinschaften in
Jerusalem in archäologischen Fragen als "InstanzÓ. Er kommt
zu dem Ergebnis, das Prätorium des Pilatus (der tatsächliche Ort der Verurteilung Jesu, dessen Lage Jahrzehnte lang umstritten war), befand sich im "alten herodianischen PalastÓ (und nicht in der heutigen Zitadelle). Flavius Josephus, übersetzt von Clementz - hier verwendet 4.
Auflage 1985, Josef Melzer Verlag Darmstadt: Antquitates - jü-
dische Altertümer VIICohn Chaim: Der Prozess und Tod Jesu aus jüdischer Sicht -
hier benutzt - erste (deutsche) Auflage, 1997, Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag Frankfurt a. Main. Lapide Durant Will: Der Aufstieg Roms und das Imperium in der Kultur- geschichte der Menschheit, (übersetzt ins Deutsche v. Schneider
Ernst; Redaktion Dollinger Hans) Sonderausgabe der Naumann & Göbel Verlags-Ges. Köln, 1985, Flavius Josephus: De Bello Judaico - Der jüdische Krieg, von Michel Otto und Bauernfeind Otto, Griechisch und Deutsch,
Kösel Verlag München 1969 Bd.II, Luk. 13,1-5. Blinzler Josef: Die Niedermetzelung von Galiläern durch Pilatus,
in: Novum Testamentum; An International Quarterly for New Testament and Related Studies, Leiden 1957, (S.24-49).
Der Dichter Clemens Bretano (1778-1842) erwähnte vor mehr als einhundert Jahren in seinen Aufzeichnungen über dieVisionen der Katharina Emmerick (verst. 1824) aus Dülmen den Bau und Einsturz eines Turmes der Wasserleitung; Brentano Clemens: Das bittere Leiden unseres Herrn Jesu Christi, Nationale Verlags- anstalt Regensburg 1895 (Anmerkung S.186 f.): "Die Veranlassung der Feindschaft des Pilatus und Herodes war nach den Betrachtungen der Erzählenden folgende: Pilatus hat- te an der Südostecke des Tempelberges, über die Schlucht, in welche der Teich Bethesda sich leert, eine große Wasserleitungund Unratableitung am Tempel zu bauen unternommen; Herodes hatte ihm durch Vermittlung eines schlauen Herodianers, der im Synedrium war, Baumaterial und achtzehn Baumeister, welche auch Herodianer waren, dazu überlassen.Es war die Absicht des
Herodes, den römischen Landpfleger durch Verunglücken des
Baues mit den Juden noch mehr zu entzweien. Die Baumeister
bauten auf Umsturz, und als das kühne Werk seiner Vollendung
nahe, und noch sehr viele Bauleute aus Ophel damit beschäftigt
waren, die Gerüste unter den Bogenstellungen wegzubrechen,
harrten die achtzehn Architekten auf einem Turme der nahen
Gegend Siloa des Erfolges. Das Gebäude stürzte ein, aber auch
ein Teil ihres Standortes, dreiundneunzig Arbeiter kamen um,
aber auch achtzehn Baumeister. Der Einsturz geschah einige
Tage vor dem 8. Januar, des zweiten Lehrjahres Jesu, an wel-
chem Tage Johannes der Täufer in dem Schlosse Mächerunt ent- hauptet wurde, und die Feier von Herodes? Geburtsfest dort begann; es begab sich wegen des Einsturzes kein römischer Offizier auf dieses Fest, obschon selbst Pilatus heuchlerisch eingeladen
war ...ÓDie Mitteilungen der Seherin sind sicherlich keine verlässlichen
historischen Quellenangaben. Zeitgeschichtlich bemerkenswert
ist aber doch noch folgende Mitteilung, (S.187):
"Die Verfeindung des Pilatus und Herodes ward aber durch die Rache, die der erstere mit wegen dieses verräterischen Baues an
den Anhängern des Herodes nahm, noch vermehrt. Am 25. März warnt Lazarus am Badesee bei Bethulien den Herrn und die
Seinigen vor diesem Osterfeste, es drohe ein Aufruhr des Judas Gaulonita gegen Pilatus. Am 28. März verkündet Pilatus in
Jerusalem die Tempelsteuer, teils mit um die Kosten der einge-
stürzten Tempelmauer zu decken, und es entsteht ein Tumult un-
ter den galiläischen Anhängern des Freiheitseiferers Judas aus
Gaulon, der mit seinem ganzen Anhange, ohne es zu wissen, ein
Werkzeug der Herodianer war. Die Herodianer aber waren eine
Gemeinschaft, wie heutzutage die Freimaurer, ich sehe sie oft ganz als dasselbe. Am 30. März ist Jesus mit den Aposteln und
dreißig Jüngern zu Jerusalem im Tempel, er lehrt im braunen ga- liläischen Gewand morgens 10 Uhr. An diesem Tage entsteht der Aufruhr des Judas Gaulonita gegen Pilatus, die Meuterer be- freien fünfzig ihrer vorgestern gefangenen Anhänger; es werden mehrere Römer getötet. Am 6. April lässt Pilatus die opfernden Galiläer durch verkleidete, im Tempel verteilte Römer überfal- len und ermorden. Judas Gaulonita kommt dabei um. Pilatus rächt sich so an Herodes in dessen Untertanen und Anhängern wegen der eingestürzten Wasserleitung.Ó )Goethe Johann Wolfgang (1795):Wilhelm Meisters Lehrjahre, Reclam Stuttgart 1982, Ehrhard BahrPhilo Ziffer 22, Flavius, (S.519 f). Zur Dauer der Reise von Cäsarea nach Rom bzw. dem Hafen Putuoli liegen sichere Berichte nicht vor. Die Seefahrt dürfte güns- tigsten Falls zwei Wochen gedauert haben (außerhalb des mare clausum, das vom 11. Nov. bis 10. März dauerte), falls die Fahrt der Küste entlang ging (mit Zwischenstopps), schreibt Sahm - Sahm W. Ulrich: Was Seeleute zur Zeit Jesu sammelten, in:Das heilige Land, 124. Jahrgang Heft 4 Dez. 1922 Köln, (S.12). In seinem Werk Caligula nimmt Philo, (siehe Ziff. 13, Anmer-
kung 2, S.239), eine Reisezeit von vier Wochen zwischen Syrien und Rom an. Demandt nimmt an - Demandt Alexander:Hände in Unschuld, Böhlau Verlag Köln-Weimar-Wien 1999, ISBN Pilatus habe den Landweg genommen, was nicht ve-
rifiziert ist. Auch für eine Reisedauer von drei Monaten liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Pilatus war nach seiner zehnjährigen Herrschaft mit Sicherheit wohlhabend. Schon deshalb lässt sich vermuten, dass er die auch damals für einen vermögenden Mann weniger strapaziöse Schiffsreise gewählt hat. Unklar ist, ob ihn seine Frau begleitet
und ob er Sklaven mitgenommen hat; dazu liegen keine For- schungsergebnisse vor. Anschaulich informiert Breusing Breusing A., Direktor der Seefahrtschule in Bremen:Die Nautik der Alten, 1886 - hier be- nutzt: Neudruck 1982, ISBN 3-500-21830-x - über die Schifffahrt der Alten (auch über die "Reise" des gefangenen Apostels Paulus nach Rom). Da wie ausgeführt, Pilatus kein mittelloser oder gar gefangener Passagier war, hat er vermutlich zu den bevorzugten Reisenden
gehört. Bei Breusing heißt es dazu, (S.161): "Auf dem Hinterdeck
waren bedeckte Räume hergerichtet, die dem Reeder und Schiffer und vornehm Reisenden Obdach gewährten.Ó Breusing erwähnt
auch (S.196) die dürftige Unterbringung von "KriegsleutenÓ und Gefangenen und bemerkt, im Altertum hätten nur die ganz vor-
nehmen Passagiere täglich zubereitete Speisen erhalten, während
für die übrigen nur die vor der Abfahrt vorbereiteten Rationen
verteilt worden seien. Seekarte Breusing aus dem Jahre 1886 Die Annahme von Heiligenthal - Heiligenthal Roman, Pontius
Pilatus fünfter Prokurator in Judäa, in: MUT-Forum für Kultur, Politik und Geschichte, Nr.404 April 2001, MUTVerlag Asendorf - , Pilatus habe Glück gehabt, dass Tiberius schon gestorben war, als er in Rom eintraf wird kaum als gesichert anzusehen
sein. Trotz des Rüffels, den Pilatus von Tiberius wegen des Aufstellens der Weiheschilde in Jerusalem einstecken musste ist
nicht auszuschließen, dass er inzwischen u.a. wegen des Baus des Tiberieums in Cäsarea wieder persona grata gewordenwar und mit einem Freispruch rechnete. Zusammenfassend lässt sich über die Reise des Pilatus nach Rom und den Zeitpunkt seines Eintreffens gesichert nur sagen: Er traf nach dem Tode des Kaisers Tiberius (16.3.37) ein.
35.)Blinzler Josef: Der Prozess Jesu, Verlag Frierich Pustet Regens- burg 1969 - hier benutzte 4. Auflage,
Die umfassende Arbeit von Blinzler wurde - soweit zu überse- hen , wohl ausnahmslos zu den Arbeiten aus neuerer Zeit über
den Prozess Jesu als unentbehrliche Hilfe herangezogen.
36.)Schürer Emil: Geschichte des Jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu
Christi, C.J. Hinrichsche Buchhandlung Leipzig 1901 nutzt 3. und 4.
Unter Hinweis auf Philo (Legatio), (siehe Ziff. 13) nennt Schürer
als Teilnehmer an der Klage beim Kaiser die Herodessöhne
Philippus und Antipas. Die zwei anderen Königssöhne sind nicht
namentlich auszumachen (Herodes der Grosse hatte zehn Söhne). Schürer erwähnt als mögliche Teilnehmer: Herodes, Sohn der Mariamme, genannt "PrivatmannÓ, Herodes, Sohn der Kleopatra
und Phasael, Sohn der Pallas. Eine Beschreibung der Herodes- familie würde gesonderte umfangreiche Monographie er- fordern. Volkmann Hans:Die Pilatusanschrift von CaesareaMaritima, in: Gymnasium 75, 1968, (S.124-135).
Strobel August: Die Stunde der Wahrheit, JCB Mohr (Paul Siebek) Tübingen, ISBN 3-161-43041-7 1980, (S.108), (siehe Anmerkung 28). Creizenach W.: Legenden und Sagen von Pilatus in: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, herausge- geben v. Paul Braune, Halle 1874, (S.89 ff.). 39.)Bamm Peter:Eines Menschen Zeit, Droemer Knaur Verlag Zürich 1972, ISBN 3-858-6003-4 - hier benutzte Auflage, März 1973,Bamm gibt keinen Quellenhinweis und er verlegt das Gespräch des Pilatus mit Lamia, wie es Anatol France dichte- risch schildert (siehe unten) fälschlich nach Saarbrücken. Dersaarländische Landeskonservator widersprach (auch im übrigen) der Annahme von Bamm (Kolling in der ZeitungRheinpfalz v. 9.4.1974). Ferner: Petit Larusse, Paris 1909, (S.1525), Blinzler, behandelt die nicht christlichen Quellen. Blank Josef: Die Johannespassion - Intentionen und Hinter- gründe, in: Kartelge, (S.151 f.), (siehe Ziff. 12 am Ende). Thiede Carsten Peter, Zitataus IDEA(Evangelische Nachrich- tenagentur Deutschland) v. 11. April 2001. Demandt, (siehe Ziff. 34), erörtert ausführlich die Tafel mit der Aufschrift INRJ, dem "titulusÓ, (S.85 ff., 169 f., 185 ff.). Er hält die Reliquie für eine (S.186) "pia frausÓ, ein Dokument der Frömmigkeitsgeschichte. Eine Stellungnahme zu der An- nahme von Thiede war ihm bei der Drucklegung seines Werkes "Hände in UnschuldÓim Jahre 1999 noch nicht möglich. 43Pesch Rudolf: Das Evangelium der Urgemeinde, Herder Frei-
burg-Basel-Wien 1979 - hier verwendet 3. Auflage 1984, (S.37 Dommershausen, (siehe Ziff. 18), (S.121 f.): Paschafest: Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten (im
Frühjahr). Wochen- oder Pfingstfest: Dank für die Getreideernte; Erinnerung an die Gesetzgebung auf dem Sinai (50 Tage nach
Ostern). Erntedank- und Laubhüttenfestim Herbst: großer Versöhnungstag im Herbst. Das Volk demütigte sich durch Fasten,während der Hohepriester das Allerheiligste des Tempels betritt und hier das Blut der
Opfertiere aussprengt. Zu den drei erstgenannten Festen hielten sich in Jerusalem (etwa 30000 Einwohner) noch etwa 100.000
Festpilger auf. Von Wouk, (siehe Ziff. 11), (S.68 ff.), werden nähere Einzelheiten zu den Festen mitgeteilt. 45.Pixner, (siehe Ziff.21). 46.)Blinzler Josef in: Lexikon für Theologie und Kirche, Herder Freiburg, Dritter Band 1959, Spalte 419 zu Dismas, Vierter Band
1960 Spalte 843 zu Gestas (auch Gesmas) siehe auch Legenda
AUREA(entstanden zwischen 1263 u. 1273) Verlag Lambert
Schneider übersetzt aus dem Lateinischen von Richard Benz,
84 11. Auflg. 1993, (S.257 u. 258). Über die beiden Schächer, die mit Jesus gekreuzigt wurden, siehe Lk. 23,39-43 und Mk. 15,27.
Dismas ist der legendäre Name des reuigen mit Jesus zur Rechten
und Gestas (auch Gesmas) zur Linken gekreuzigten Schächers,
der gegen Jesus lästerte. Dismas, der reuige Schächer, wird als
Patron der zum Tode Verurteilten verehrt. Ihm hat Jesus den
Eingang ("noch heuteÓ) ins Himmelreich versprochen. 47.Die Zahl der unter Pontius Pilatus während seiner Amtsführung
(26-36/37) Gekreuzigten ist nicht bekannt. Lapide (siehe Ziff. 9) führt aus, (S.73), Pilatus habe während
seiner Amtszeit - nach konservativen Schätzungen, sechstausend Juden kreuzigen lassen. (Einen Hinweis, um welche "konserva- tiven SchätzungenÓ es sich handelt, hat Lapide nicht gegeben).
Andere Autoren u.a.: Otte Gerhard: Neues im Prozess gegen Jesus, in: Neue Juristische
Wochenschrift (NJW) 1992, Heft 16 (S.1019 - hier S.1021) ha- ben diese Schätzungen erwähnt oder übernommen. Die
Zahlenangabe sechstausend ist jedoch nicht verlässlich.
Fricke - Fricke Weddig: Der Fall Jesus, Rasch und Röhrig Verlag Hamburg 1995, ISBN 3-891-36562-4, (S. 261) und derselbe:
Standrechtlich gekreuzigt, Mai Verlag Buchschlag - hier benutzt
3.Auflg. 1987, ISBN 8-793-6169-x, (S.144) - spricht in beiden
Büchern gleichlautend von ÓHunderten und Tausenden..., die unter dem kreuzigungsfreundlichen Pontius Pilatus hingerich-
tet wurden...Ó. Die Ausführungen von Fricke stützen die ange- gebene Zahl nicht.
Auch aus der sehr negativen Beurteilung durch:
Philo, (siehe Ziff. 13), Legatio, (S.249f.), sind sichere Anhalts-
punkte für die Zahl der Kreuzigungen nicht zu erhalten. (Philo
charakterisiert Pilatus als unbeugsam und rücksichtslos. Er wirft
Pilatus vor: "Bestechlichkeit, Gewalttaten, Räubereien, Be-
drückungen, fortwährende Hinrichtungen ohne Urteilsspruch
und grenzenlose, unerträgliche GrausamkeitÓ. Diese Charakterisierung lässt darauf schließen, dass Pilatus kaum Hemmungen hatte, Kreuzigungen anzuordnen. Sie stützt aber nicht die ungeheuer große, von Lapide angegebene Zahl dieser
infernalisch grausamen - auch von den Römern schon im Altertum so empfundenen - Tötungen. Zur Kreuzigung, ihrer Herkunft und ihrem Alter führt Bösen (siehe unten Ziff. 55) - (S.228 ff.) aus: ÓDie Kreuzigung gilt ne- ben der crematio (= Verbrennen) und damnatio ad bestias (= Tierkampf in der Arena) als besonders grausam. Cicero, der berühmte Redner und Anwalt im Rom des 1. Jh. v. Chr. nennt sie die grausamste und fürchterlichste Todesstrafe... Für Tacitus
ist der Tod am Kreuz eine sklavische Todesstrafe, für Josephus die erbärmlichste aller Todesarten... In Herkunft und Alter ist
die Kreuzigung ungeklärt. Glaubt man dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot (gest. 425 v. Chr.), wird sie erst-
mals von den Medern und Persern praktiziert. Zu ihrer Ver- breitung trägt nicht wenig Alexander der Grosse (gest. 323 v.
Chr.) bei, der sie in seinem weiten Reich häufig anwendet. Zu den Römern gelangt sie während der Punischen Kriege (1. Krieg:
264-241 v. Chr.) über die Karthager. In Palästina findet sie re-
lativ früh Anwendung... Alexander Jannäus (103-76 v. Chr.) läs- st um 90 v. Chr. 800 Gegner in Jerusalem kreuzigen. Keinen
Gebrauch von dieser grausamen Strafe macht überraschender
86Weise Herodes der Grosse (gest. 4 v. Chr.)... In Palästina erhe-
ben sich vor allem im Vorfeld des Jüdischen Krieges (66-74 n. Chr.) warnend an vielen öffentlichen Stätten zahllose Kreuze.
...erst Konstantin wird die Kreuzigung wegen des Kreuzes Christi abschaffen, vermutlich nach 320 n. Chr.Ó
Kuhn kommt für Kleinasien und Griechenland - Kuhn Heinz-
Wolfgang in seiner Monographie: Jesus als Gekreuzigter in der
frühchristlichen Verkündigung bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts, in: Zeitschrift für Theologie und Kirche, 72. Jahrgang, Heft 1
(ZthK) Hrsg. Ebeling 1975, (S.1 ff.), hier (S.10) - zu dem Ergebnis: "Für die ersten eineinhalb Jahrhunderte post Chr. n.
kenne ich keinen völlig sicheren Beleg für eine vollzogene
Kreuzigung.Ó Kuhn führt an anderer Stelle - Die Kreuzesstrafe während der
früheren Kaiserzeit in Aufstieg und Niedergang der römischen Welt... II, Hrsg. Temporini und Haase 1982, (S.648 ff. u. S.690)
Ůaus: ÓLeider gibt es noch keine ausreichende Darstellung der
Geschichte der Kreuzesstrafe, im strengen Sinne nicht einmal
im AnsatzÓ. Er stellt heraus: Die erste Kreuzigung, die in die- sem Jahrhundert in Palästina bezeugt ist, ist die Kreuzigung Jesu
und der beiden mit ihm zusammen gekreuzigten Räuber (Lestai). Zusammenfassend ist festzustellen: Die Anzahl der unter Pilatus Gekreuzigten ist nicht bekannt. Auch Müller K.H., (siehe Ziff. 12 am Ende), hilft uns mit sei-
ner eingängig formulierten Feststellung nicht weiter: Ó..denn die unter Varus (verst. 7 n. Chr.) ausgelegte Blutspur lässt sich un- ter dem späteren Statthalterregiment in der Provinz Judäa mühe-
los weiterverfolgenÓ. Rosen Klaus: Rom und die Juden im Prozess Jesu (um 30 n.
Chr.), in: Demandt (Hrsg.), Macht und Recht; Große Prozesse der Weltgeschichte - hier benutzt 2. Auflage 1991, (S.39 ff., S.55 Rosen vertritt die Auffassung, Pilatus habe Jesus aufgrund seines Verhaltens wegen des Delikts der Contumica (hier auf- sässiges Schweigen) verurteilt. Diese Rechtsansicht erscheint
nach dem mitgeteilten Prozessverlauf nicht vertretbar. Otte Gerhard, (siehe Ziff. 47), (hier S.1024), widerlegt mit über-
zeugender Begründung die Rechtsansicht von Rosen. )Porsch Felix: Johannes Evangelium, Verlag Katholisches BibelwerkStuttgart 1988, insbes. Zur Verdeutlichung sei bei diesem Zitat der Aussage Jesu über
die Königswürde (Joh. 18,17 niedergeschrieben zwischen 90 und 100 n. Chr.), nochmals darauf hingewiesen, dass es sich nicht um ein historisches Wortprotokoll handelt. Vielmehr ist es die Inten- tion des Evangelisten, eine Verkündigungmitzuteilen zu einem angstlosen Glauben an Jesus für alle, die "nicht gesehenÓ haben. Cohn zu dem Gerichtsverfahren vor Pilatus und seinen "juristischen HilfspersonenÓ. Bajsic Alois: Pilatus, Jesus, Barabbas, in Biblica, (Rom) 48, 1967, (S.7-28). Bajsic hebt die Prozesssituation hervor, nach der Pilatus zwei in den Augen eines Teils der Bevölkerung nicht un- bedeutende politische Gefangene zur Aburteilung Ózur Verfü-
gungÓ standen. Waldstein Wolfgang: Untersuchungen zum römischen Begnadi- gungsrecht (Abolitio-Indulgentia-Venia in Commentationes Aenipontanae XVIII), Universitätsverlag Wagner Insbruck 1964, insbes. Hirschfeld Otto:Die ritterlichen Provinzstatthalter, in: Sitzungs- berichte der Preussischen Akademie für Wissenschaften Berlin
1889 Hirschfeld hält eine Ermächtigung zur Begnadi- gung für möglich. Die Existenz eines Amnestiebrauchs wird vor-
nehmlich von nichtchristlichen Autoren bestritten. Siehe dazu Otte, mit Hinweisen:
Er bemerkt zu bestreitenden Autoren ÓBe- zeichnend, dass Lapide und Fricke auf diese Belege für einen
Amnestiebrauch nicht eingehenÓ. Otte kommt zu dem Ergebnis. ÓDer Bericht über das Angebot
des Pilatus, Jesus wegen des Passahfestes freizulassen, sprengt ... also nicht den Rahmen des VorstellbarenÓ. Hirschfeld führt zu den Besatzungstruppen aus: In Judäa standen ein aus Caesariensern und Sebastenern gebildetes ALA(ALAI gemina Sebastenorum) und 5 Cohorten. "Bei der geringen Zahl und schlechten Qualität der dem Procurator zur Verfügung stehenden Truppen konnte derselbe, trotz seiner mit unbeschränkter Kompetenz ausgestatten Stellung der Anlehnung an den syrischen Statthalter, selbst am wenigsten entraten.Ó Der angebliche Wunsch eines Gewalttäters, sich bei den Unter- drückten doch auch beliebt zu machen, ist nicht ungewöhnlich.
Aus der neueren Vergangenheit ist ein ähnlicher Fall bekannt: Reinhard Heydrich, seit 1939 Leiter des Reichssicherheits-
hauptamtes (RSHA), organisierte im Januar 1942 die Ermordung der in Deutschland lebenden Juden (Wannseekonferenz). Seit
1941 war er auch stellvertretender "ReichsprotektorÓ für Böhmen und Mähren. Dieser gefürchtete und verhasste Mannrühmtesich damit, dass er ohne Eskorte stets denselben Weg durch Prag fuhr
und bemerkte dazu: ÓWarum sollten denn "meine Tschechen" auf
mich schießen?Ó Dieser Besatzungsmachthaber wähnte und wünschte, dass die Unterdrückten ihn auch noch mögen sollten.
Heydrich wurde durch ein Attentat 1942 getötet. Heyne Taschen-
buch: ÓReinhard HeydrichÓ, (S.275, S.331). Die Witwe Heydrichs
äußerte sich zum Attentat: ÓDoch mehr noch bedrückte mich die Tatsache, dass "ausgerechnet Tschechen" Reinhard auf eine sol-
che Weise aus dem Weg geräumt hatten. (Lina Heydrich:Leben
mit einem Kriegsverbrecher, Verlag W. Ludwig, Pfaffenhofen 1976 Bösen Willibald: Der letzte Tag des Jesus von Nazaret, Herder
Freiburg Basel Wien 1994 mit zahlreichen Hinweisen.
Zur Geißelung bemerkt Bösen, (S.32): ÓDer zu Geißelnde wird
entkleidet, auf den Boden geworfen oder mit den nach oben aus- gestreckten Händen an eine niedrige Säule oder an einen Pfahl
gebunden, so dass die Henker ungehindert zuschlagen können. Als Folterwerkzeuge dienen Lederpeitschen (lat.: horribile fla-
gellum oder flagrum), deren Riemen mit spitzen Knochen, Bleikugeln oder sonstigen Metallstückchen durchsetzt sind. Im Unterschied zur jüdischen Praxis (Höchstmass 40 Schläge we- niger einen) ist die Zahl der Schläge (bei den Römern) nicht vor- geschrieben. Sie liegt im Belieben der Henker ... die Geißelung
verursacht furchtbare Wunden, nicht selten stirbt das Opfer noch
während der Tortur.Ó Von den zahlreichen Dichtern und Schriftstellern, die das Thema
behandelt haben, sind - ohne eine Wertung oder Zuordnung nach bestimmten Kriterien - als Beispiele aufgeführt: Bulgakow Michael: Der Meister und Margarita, Deutscher Taschenbuchverlag München 1997, Dürrenmatt Friedrich: Pilatusin: Die Stadt, frühe Prosa, Zürich 1952Le Fort Gertrud: Die Frau des Pilatus, Insel Verlag Zweigstelle Wiesbaden 1955Frisch Max: Die Chinesische Mauer in: Gesammelte Werke in zeitlicher Folge Bd. II, Suhrkamp Verlag 1976 Ferner wird noch auf die Rockoper ÓJesus Christ SuperstarÓ verwiesen. Text von Andrew Lloyd-Webber, verfilmt 1972 in den USA. Englischer Text in: Kuschel Karl-Josef: Jesus in der Deutschen Gegenwartsliteratur, Piper Verlag München Zürich Mehrere Autoren berichten über die Versuche, durch Anzeigen den Prozess neu aufzurollen. Blinzler Cohn Pesch Rudolf: Der Prozess geht weiter, Herder Bücherei Freiburg Speidel Kurt A.: Das Urteil des Pilatus, Verlag Kath. Bildungswerk Stuttgart Sporschil Georg: Fluch undSegen, in: Salzburger Hochschulwochen 1995, Verlag Styra Graz-Wien-Köln 1995, (S.17). Die hier verwendeten Zitate sind der Arbeit v. Sporschi60.)France Anatol: Der Statthalter von Judäa, in: Blaubarts Sieben
Frauen, Insel Taschenbuch 510,Leipzig,1981, (S.42 ff., S.55 f.). 61.)Hemingway Ernest: Heute ist Freitag, in: Die Ersten und die
Letzten, Bd. 6, Stories 1 Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1977 - hier benutzt Aitmatow, Am Schluss dieses Abschnitts lässt Aitmatow den gefesselten Jesus zu Pilatus sprechen: "Und dennoch wirst du, Pontius Pilatus
in die Geschichte eingehen.Ó Lauter Hermann Josef: Theologische Anmerkungen zum Werk Eugen Drewermanns, in: Kölner Beiträge Neue Folge, Heft 13, Presseamt des Erzbistums Köln 1988. Lütz - Lütz Manfred: Der blockierte Riese, Psychoanalyse der katholischen Kirche, Pattloch Augsburg 1999 Anmerkung Drewermann Eugen: Das Markusevangelium, Zweiter Teil, Walter Verlag Olten 1988Lauter führt in seiner kritischen Stellungnahme (S.24) aus, eine


neue Interpretation zur Erbsünde werde nicht abgelehnt. Er ist jedoch der Ansicht, die Interpretation von Drewermann, wonach die Ursünde (auch nach Kirkegaard) eine Folge der Urangst sei, halte einer kritischen Nachprüfung nicht stand Lütz gesteht Drewermann trotz der an ihm geübten Kritik "manche fruchtbaren Gedanken zuÓ. Zu der Sicht von Klaus Berger zu DrewermannAuf die Erkenntnisse von Drewermann ist meines Erachtens nicht zu verzichten. - Sie sind hilfreich, um ein wenig hinter die Wünsche, Antriebe, Motivationen und Emotionen des Pilatus zu schauen. Berger Klaus: Wie kann Gott Leid und Katastrophen zulassen?, Gütersloher Taschenbücher (GTB 1449) Quell Gütersloher Verlagshaus 1999, ISBN 3-579-01149-8. Berger, Professor für Neutestamentliche Theologie a. d. Ev. Theol. Fakultät der Univ. Heidelberg, vermittelt eine (von Lütz abweichende) Sicht zuEugen Drewerman. In dem Abschnitt, Leiden als Versuchung der Kinder Gottes, (S.70 ff.), erwähnt er als Beispiel (S.90): "Ein Drewermann, der für die Kirche Millio- nen Herzen hätte gewinnen können, hätte man ihn nicht vertrieben, so dass alles wie auf Sand gesetzt ist. Und die Hunderttausende Ausgetretener bekommen für GenerationenGottes Wort nie mehr zu hörenÓ. Berger behandelt in einem Aufsatz zur Dämonologie ("Schil- lernde AbgründeÓ) die Vaterunserbitten. Er schreibt, dass jedes Vaterunser mit der exorzistischen Bitte endet, erlöse uns von dem Bösen. "Dasmeint philologisch ziemlich eindeutig den Bösen und nicht das Übel.Ó Er ergänzt das noch mit dem Bemerken, hinter jedem Martyrium stecke der Teufel. (Rhein. Merkur Christ und Welt (Schillernde Abgründe) v. 11. Juli 2002, S.23). Rahner Karl: Von der Not und dem Segen des Gebetes, Herder Freiburg 1991, Guardini Romano: Theologische Briefe an einen Freund, zitiert
nach: Szydzik Stanis-Edmund: Unaufhörliche Fragen: warum das
Leid?, in: heilen, Verlag Siering Bonn . Zu allen Zeiten waren Rechtsfindung, Rechtsprechung und Straf-
verfolgung von vielschichtigen Motiven und vielfältigen Umständen
geprägt. Deutlich wird das in besonderer Weise am Beispiel des
Pilatus. Das zu zeigen und an letzte Fragestellungen und Dimensionen
heranzuführen, ist Anliegen dieses Buches.