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Egino Weinert

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Aus dem Buch:

DER KÜNSTLER EGINO G. WEINERT

ALS LEHRLING

Als Bruder im Kloster Münsterschwarzach

Rausschmiss aus dem Kloster


Begegnung mit Picasso

Begegnungen mit den Päpsten






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EVAMARIA KEPPER (AUTORIN)
EGINO WEINERT
LEBEN UND WERK





  Dr. Evamaria Kepper

Egino G. Weinert
Wege und Werke

Erinnerungen Gespräche Reflexionenzusammengetragene Erzählungen von Dr. Evamaria Kepper
165 Seiten,
ISBN: 3-000139-71-0
PREIS: 19,80 EURO
Das außergewöhnliche Leben und Werk
des christlichen Künstlers Egino Weinert, spannend erzählt, mit vielen Fotos, Auszügen aus faszinierenden Gesprächen und Schilderungen, vielen farbigen Abbildungen seines Werkes auf 165 Seiten. Gebunden.
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Bezug: Direkt durch
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Dr. Evamaria Kepper
Sartura Verlag
Lacher Straße 44
42657 Solingen
Tel./Fax.: 0212 - 812617
   
   








AUS DER WERKSTATT GEPLAUDERT

Zur Kunst gehören eine gute Ausbildung und eine große Leidenschaft zu gestalten.
Seit der Gründung meiner Lehrwerkstatt habe ich in den fünfzig Jahren siebzig Lehrlinge ausgebildet und sie der Gesellenprüfung zugeführt, zuerst in Bonn, dann in Köln. Ich habe noch zu fast allen Kontakt.
Einmal hatte ich in der Werkstatt mit einer Schwester nach ihrem Austritt aus dem Kloster einen Lehrvertrag abgeschlossen. Als sie nach einem Jahr bei mir aufhörte, erzählte sie meiner Frau, das Jahr bei mir sei das schönste ihres Lebens gewesen. Sie habe den Weg zurück ins Kloster gefunden. Sie trat in das Karmeliterinnenkloster in Büchenbach bei Erlangen ein, wohin sie einen Kreuzweg bestellte; sie starb, kurz nachdem ich ihr endlich die letzte Station, die noch fehlte, vorbeigebracht hatte.
Der junge Mensch muß dem Meister vertrauen können, dem Unternehmer, der zur Verantwortung gegenüber seinen Leuten und seinem Laden gezwungen wird. Er muß immer wieder Neues erfinden, Neues durchdenken, das Ganze sehen, nicht nur das Detail. Wir wollen junge Leute im Handwerk ausbilden, damit sie später wieder selber dieses Denken weitertragen.
Eine Gesellenausbildung zum Goldschmied gibt es zur Zeit nur noch in Deutschland und der Schweiz. Ich wüßte auch kein Land, in dem es eine Handwerksordnung gibt wie hier. Die Schulen müssten die jungen Leute nach drei und fünf Jahren Lehrzeit wieder auffangen, um Wissen und Bildung weiter auszubauen.
Man kann einen jungen Menschen nicht früh genug an ein Handwerk heranführen, damit er sich während der Pubertät schon auf etwas Erlerntes stützen kann. Kam einer meiner Mitarbeiter verärgert und unzufrieden zu mir, habe ich ihm einen neuen Lehrling vorgesetzt, dem er nun zeigen konnte, wie gefeilt, gesägt und emailliert wird.
Jeder Mitarbeiter wird gezwungen oder eingebunden in neue Erfindungen, und ich gebe ihm Anreize. Alles muß schön sein, auch die Rückansicht. Das andere muß er schon selber mitbringen. Die Fantasie wird angeregt. Man hat hier noch keinen Menschen gesehen, der mit mir modelliert und nicht die Not gesehen hat, jeden Tag ein Stück fertigstellen zu müssen oder wenigstens alle zwei Tage. Wenn der junge Mitarbeiter diese Disziplin in allen Dingen gesehen hat, hat er etwas gelernt, selbst das Schweigen in der Werkstatt.
Wenn ich einen Tabernakel oder einen Kelch machen möchte, weiß ich am Anfang meistens noch nicht, wie er einmal werden wird. Berücksichtigt werden müssen schon alleine die Mechanik der Türen, der Tresorbau, der Schlüsselbau, die Lackierarbeiten im Innenraum, das Gewindeschneiden, das Emaillieren und Modellieren.
Nach meinem Entwurf biegen die Mitarbeiter die gezeichneten Linien mit den Drähten nach, was einige Übung erfordert. Früher hatte ich den Grundsatz, jeden Tag einen Ring, jede Woche ein Halsband und alle vier Tage ein Armband anzufertigen. Für jeden Ring veranschlagte ich zweihundertfünfzig Mark Herstellungspreis. So konnte ich kalkulieren, denn im Kloster haben wir ja nie verkauft.
Ich nehme mir immer eine Zeitepoche vor und studiere, was da passiert ist in Deutschland, England, Spanien, Rußland ... Dadurch lernt man auch viele interessante Persönlichkeiten und Heilige mit ihren Lebensgeschichten kennen.
So habe ich schon weit über tausend ungewöhnliche Lebensgeschichten von Menschen gelesen, die später von der Kirche heilig gesprochen wurden. Darunter fand ich auch heilige Ehepaare, die ich in einem Kalender 1995 mit Emaillebildern und Lebenslauf festhielt. Die meisten Heiligen arbeitete ich in Emaille, nicht ganz soviele in Bronze.
Denn in Emaille kann ich sie viel schneller fertigen. Zum Modellieren brauche ich zumindest einen ganzen Tag. Da geht das Zeichnen, die Vorarbeit für die Emaille, viel schneller. Aber bei den Emaillearbeiten verdiene ich fast nichts, weil sie in der Fertigung sehr aufwendig sind. Meine Bronzeplastiken, die ich mit Gewinn verkaufe, haben mich vor vierzig Jahren in der Produktion über zweihundertfünfzig Mark gekostet. Da kann ein anderer Bildhauer gar nicht mithalten. Bis ich meine Gießer auf den Preis gebracht hatte, den ich mir vorstellte, hat es Jahre gedauert.
Es verkaufen sich nur einzelne Modelle gut nach denen gefragt wird. Es gibt Pfarrgemeinden, die in einige Sachen vernarrt sind. Sie wollen eine Darstellung von ihrem Pfarrheiligen für die Gemeinde haben, die zu besonderen Anlässen verschenkt wird.
Albertus Magnus ist eine gefragte Plakette mit dem Text:
—Der Mensch ist in der Mitte der Schöpfung, zwischen Stoff und Geist, zwischen Zeit und Ewigkeit.ž
Wichtig ist der persönliche Einsatz und der persönliche Besuch bei den Pfarrern, dass man sich selber ins Gespräch bringt und Kontakt hält. Die vielen Briefe müssen persönlich beantwortet werden.
Früher hatte ich zwei Gesellen, die den ganzen Tag nur granulierten. Von den zwölf Gesellen übten drei immer eine bestimmte Technik drei Monate lang aus, danach wurden die Tätigkeitsbereiche ausgetauscht. Wir haben viele wertvolle Sachen gearbeitet, die wir gar nicht verkaufen konnten. Es sammelte sich eine Fülle von fertigen Arbeiten an. Dabei waren die Löhne der fest angestellten Leute inzwischen hochgeschnellt. Eine gute Mitarbeiterin bekam als Stundenlohn vor Jahren fünfundzwanzig Mark, die anderen nur fünf oder sechs. Den Tresorbau für die Tabernakel fertigte mir zwanzig Jahre lang ein Schlosser aus Geiselwind, dessen Bruder ich aus dem Kloster kannte.
Bei mir in der Werkstatt wurde zuerst für 1,20 DM, nachher für 1,80 DM Stundenlohn gearbeitet. Mit nur achtzig Mark Heizkosten versuchte ich auszukommen, so dass ein Geselle sagte: —Wenn ich tot bin, wünsch ich mir nichts dringender als die Hölle. Dem Teufel werd ich sagen: ,Nun heiz mal ordentlich ein, ich hab lang genug gefroren.' Wir arbeiteten Tag und Nacht.
Das Herstellen der Biegearbeiten war immer ein Problem. Ich selber brauche etwa zwei bis drei Stunden pro Bild, meine Mitarbeiter aber brauchen sechs, manchmal sogar bis zu zwölf Stunden. Es kommt aber noch hinzu, dass sie auch oft zwischen zehn und zwanzig Stunden zum Emaillieren benötigen. Ich brauche zwei Stunden und weitere zwei, um das Bild ein zweites Mal zu emaillieren und fertig zu malen.
Von Farbkompositionen und der Gestaltung von Bildern habe ich bestimmte Vorstellungen. Geschulten Mitarbeitern kann ich sagen: —Passen Sie mal auf, hier den Kopf will ich grünlich, die Haare bräunlich und das Gewand mittelrot haben.ž Wenn sie das eine vorbereitet haben, bekommen sie von mir das Bild, das ich bereits angefangen habe, zur Fertigstellung.
Manchmal meinen meine Mitarbeiter, selbst entwerfen zu können. Diese Arbeiten kann ich aber nicht verkaufen.
Ich habe einen Taubstummen, der schon über dreißig Jahre bei mir arbeitet. Er biegt meine Sachen so, wie ich es ihm aufzeichne.
Als Meister einer Werkstatt muß man Nerven haben, was viele Leute nicht verstehen. Diese Vielfalt! Allein zweimal in der Woche muß ich die Gießereien in Solingen und Weeze aufsuchen, sehen, wie es läuft, welche Schwierigkeiten es gibt.


DAS GEHEIMNIS FISCHLEIM

Was meine Granulation betrifft, so funktioniert sie nur gut mit Fischleim. Das Interessante ist, dass er etwas enthält, das nicht zu Oxyden verbrennt. Ich beziehe ihn aus Hamburg. Wozu ich ihn benutze? Zum Kleben von Metall. Beim Emallieren klebe ich die feinen Drähte mit Fischleim fest. Fischleim wird aus den Fischabfällen, also vorwiegend aus Gräten gewonnen ähnlich dem Knochenleim. Das Wissen übermittelte uns im Kloster Professor Farnholz, Chemiker und Physiker an der Universität in Würzburg. Er verfügte sogar schon vor dem Krieg über ein Elektronenmikroskop, das ihm aber die Amerikaner nach dem Krieg vor seinen Augen zertrümmerten. Der Mann ist fast verrückt geworden. Seine Frau gab mir damals dreihundertfünfzig Mark, damit ich meine eigene Werkstatt in Bonn aufbauen konnte: Tante Fanni, Frau Farnholz, die Patentante meiner Tochter Gisela. Ich habe sie bis zu ihrem Tod verwöhnt. Bei meinem Abschiednehmen von der Toten in Regensburg erkannte ich sie nicht wieder, schlimm, weil der Mensch mit der Sprache lebt und der Gestikulation.

FREUDE AN DER ARBEIT

Der Arzt, der meine Hand geröntgt hat, sagte, mit dieser Hand könne ich nicht mehr arbeiten. Mit dieser Hand sei ich arbeitsunfähig. Die Hand sei total verknorpelt. Wenn ich nur ein paar Tage nichts tue, schmerzt sie so sehr, dass ich einfach wieder was tun muß. Sobald die Hand in Bewegung ist, ist sie glücklich. Und wenn ich meine Modelle sehe, weiß ich ja, wie sie mal in Bronze aussehen werden. Und ich freue mich auf den Tag, wenn mein Sohn Clemens mir die gegossenen Bilder bringt. Man sieht, dass er die Technik beherrscht und Freude daran hat.




EIN GRÜNES GESICHT

Ein Andachtsgegenstand des Glaubens ist der Dreikönigsschrein im Kölner Dom. Sieht man ihn einmal im Leben von Nahem, dann weiss man, es ist ein großartiges Stück. So dachte ich es eigentlich auch von meinen Hängekreuzen (drei mal vier Meter), die ich dem Vatikan und nach Denia lieferte. Man sieht einmal im Leben vielleicht so ein Stück von Nahem und weiss, da ist die Bibel veranschaulicht, die Erlösungsgeschichte des Heilands von der Geburt bis zur Auferstehung.
Man soll denken: Der Mann, der dieses Kreuz gemacht hat, hat mit ganz wenigen Mitteln gearbeitet, hat nur drei Farben genommen und mit den drei Farben versucht, ganz bescheiden zu gestalten. Ich würde es heute anders machen. Bei einem ähnlichen Kreuz, das in Hamburg Altstett hängt, habe ich eine Platte mit weißem und eine mit farbigem Grund verwandt. Die Emaillebilder könnte ich heute besser machen, denn ich habe eine Entwicklung durchgemacht. Ich habe versucht rustikal, frech zu arbeiten, um von dem Schönen, Lieblichen, Aalglatten, Vollkommenen einmal wegzukommen, wollte —schreibenž, —ritzenž, das Bild sollte nur noch ein Symbol sein. Der Heiland oder der Heilige sollte nicht ein frommes Gesicht haben, sondern kurze Haare, ein grünes Gesicht.




WIE EIN EMAILLEBILD ENTSTEHT

Früher arbeitete ich mit Ätzungen. Heute macht man keine Ätzungen mehr, aber ich habe sie gebraucht, um Emaille verarbeiten zu können. In die Felder, die durch die Ätzungen entstehen, kommt die Emaille hinein. Später habe ich mit dem Auflöten von Drähten begonnen. Darauf habe ich mich spezialisiert, weil ich nur eine Hand habe.
Diese Methode, die Drähte mit diesem Lack aufzukleben, habe ich schon im Kloster ausgeknobelt.
Wenn man so ein Bild macht, hält man eine Art Gebet, wobei man mit denen, die man darstellt, spricht. Es ist aber nicht unbedingt notwendig. Früher habe ich das nicht gemacht.
Ich will ein Bild von der Emmausszene machen. Jesus soll ein Kleid anhaben, das seiner würdig ist. Die Jünger sollen kein wertvolleres Kleid anhaben als Jesus. Das Bild soll eine gewisse Feierlichkeit ausstrahlen. Wenn ich nur eine weiße Farbe als Hintergrund nehme, wirkt das Bild viel zu eintönig. So habe ich das ganze in einen mit Pflanzen geschmückten Raum gesetzt ähnlich einem Garten. Das war aber damals in Emmaus wahrscheinlich gar nicht der Fall, sie waren bestimmt in einem Wohnraum. Ich habe den Moment festgehalten, in dem die Jünger Jesus erkennen. Was Gefühle betrifft, versuche ich möglichst zurückhaltend zu operieren. Damit ist nämlich schon viel Unsinn gemacht worden.


ÜBER DEN HANDEL MIT EDELSTEINEN

Ein Arztsohn, der vom Rauschgift losgekommen war, hat längere Zeit in Indien gelebt und kam eines Tages zu mir. —Ich habe Edelsteine mitgebracht von einem Schleifer aus Indien, bei dem ich einige Jahre gewohnt habe.ž —Wenn Sie die verkaufen wollenž, sagte ich, —rate ich Ihnen, Edelsteinhändler zu werden. Also, zu dem Preis, den Sie angegeben haben, nehme ich Ihnen sofort alle ab.ž Ich kaufte die Steine. Ein paar Wochen später brachte er wieder Steine aus Indien mit, hervorragende Steine, die ich für Kelche brauche. Ich sortierte aus und nahm etwa tausend Stück. Er brachte auch preiswerte Rubinketten mit. Inzwischen hat er schon zwei Kinder und ist ein hervorragender Edelsteinhändler geworden mit mittlerweile guten Kenntnissen. Nur für die erste Qualität hat er noch keinen Blick. Er brachte mir aus Ägypten einen phantastischen Lapislazuli mit. Das erkannten auch Einbrecher vor einem Jahr, als sie im Laden die Lapislazuliketten ausräumten. Ich habe im Laufe der Zeit auch andere Quellen für Edelsteine aufgetan. Auch auf der Frankfurter Messe gibt es einen Stand mit unwahrscheinlich guten Steinen.
Ein Händler besuchte meine Werkstatt: —Wissen Sie, mein Vater wollte mich einarbeiten in den Perlenhandel, aber ich wollte nie. Jetzt habe ich einen ganzen Sack Stein- und Perlenketten und habe keine Verwendung dafür. Ich will das Zeug loswerden.ž Ich fragte, was er für den ganzen Sack haben wolle, mindestens ein Zentner schwer. Ich bot ihm mal dreitausend Mark an. —Jaž, sagte er, —dafür können Sie alles haben, ich bin froh, wenn ich die Ketten nicht mehr sehe.ž
Auf der Baseler Messe lernte ich einen Chinesen kennen. Er bot mir herrliche Perlen an, wie geschaffen für meine Meßbücher. Die Perlen sind nicht ganz rund, aber schön lüstern, alle 6 mm groß, haben also eine bestimmte Größe, so daß ich sie mit geringem Arbeitsaufwand gut aufziehen kann. Er ließ mir die ganze Kiste da für zwanzigtausend Mark, Perlenketten für je 250 Mark, für die ich früher tausend bezahlte.ž

B.: —Hast du nicht Angst, daß das geklautes Zeug war? ž
E.G.W.: —Nein, die quittierte Rechnung ist ausgestellt von einem offiziellen Händler mit Adresse und Mehrwertsteuer.ž
B.: —Wie kann er denn so billig an die Sachen kommen?ž
E.G.W.: —Die Händler verkaufen, wenn sie unterwegs sind, nur ein, zwei Ketten an die Goldschmiede. Wenn du aber einen ganzen Strang kaufst, können die anders kalkulieren.ž
B.: —Kannst du denn die japanischen und chinesischen Perlen voneinander unterscheiden?ž
E.G.W.: —Ja, ich kann das sehen, das ist kein Problem. Mein Meister Besseler in Würzburg besaß ganze Zigarrenkisten voll Rubinen. Und weißt Du, wie der daran gekommen ist? Sein Vater leitete in Berlin eine Werkstatt vor dem Ersten Weltkrieg. Russische Offiziere und Familien wollten nach Deutschland zur Kur kommen, konnten das aber nicht bezahlen. Edelsteine durften nicht über die Grenze mitgenommen werden. Sie verzierten daher Zigarrenkisten mit Samt und Edelsteinen und kamen so unbehelligt durch den Zoll und Vater Bessler an preiswerte Rubine.ž
B: —Sind Edelsteine etwas Faszinierendes?ž
E.G.W.: —Wie ein Rausch. Goldschmied Bessler wollte im Krieg die Edelsteine retten und verstaute sie in Kisten im Würzburger Dom, unten tief im Turm. Als Würzburg brannte, schmolzen die Glocken und die flüssige Bronze floss bis in den Keller des Turms. Ein großer Klumpen umschloß die Schätze. Alles kaputt. Er sagte zu mir: —Egino, du bist ein tüchtiger Mann, du kannst meine ganze Werkstatt gegenüber dem Juliusspital haben, meinen Laden, alles. Du brauchst nichts zu bezahlen. Aber, wenn ich so wäre wie du in deinem Alter, käme für mich nur Köln oder Kevelaer in Frage. Also, du kannst machen, was du willst, du kannst jetzt noch in Köln studieren und dir etwas aufbauen.ž Der Mann hatte recht gehabt.


ALS DIE KRIPO KAM

Da ist mir doch so eine Sache mit Smaragden passiert. Ein Bischof aus Danzig, der in Düsseldorf wohnte, wünschte sich einen großen Smaragd für seinen Bischofsring. Er hatte ja kein Geld, aber er wollte einen Smaragd. Aber ich konnte ihm keinen so großen, wie er ihn wollte, besorgen. Eines Tages kommt eine Frau in unsere Werkstatt und stellt mir einen Koffer voller Smaragde auf den Tisch. Ich dachte, die müssen geklaut sein und wollte schon die Polizei anrufen. Da erzählte sie mir, sie sei eine Emigrantin aus Rußland und in einer Smaragdmine tätig gewesen. Ich dachte bei mir, ein paar könnte ich ja erwerben, und kaufte für 4 oder 5000 Mark gegen Quittung ein. Das war abends.
Am anderen Morgen klingelte die Kripo bei mir und überprüfte die Rechnung. —Kennen Sie die Frau, wie hat sie ausgesehen, was hat sie angehabt?ž Ich beschrieb alles und belegte, dass ich die Steine gekauft hatte und berichtete, dass sie viele Steine bei sich gehabt habe, was mir fast unheimlich vorgekommen sei. —Jaž, sagte der Kripobeamte, —die ist tot. Sie ist gestern in Frankfurt im Hotel erschossen worden.ž Sie hatte mir Steine vorgelegt wie ich sie noch nie gesehen hatte.


EIN DIEB IM LADEN

Einmal kam ein Mann in meinen Laden und wollte ein altes Kreuz nachgegossen haben. Waltraud, meine Frau, sagte entschieden: —Nein, das machen wir nicht.ž Der Mann guckte mich aber so fromm an, daß ich meinte: —Na gut, von mir aus mache ich es.ž Kurze Zeit später bestellte er noch einmal zwei Kreuze. Wir wunderten uns immer, dass, wenn dieser Kunde gegangen war, auch etwas anderes verschwunden war. Wir hatten aber keinen direkten Verdacht geschöpft. Nach vier Wochen waren die Kreuze fertig und er kam wieder. Da versuchte der Bursche, die Kreuze noch herunterzuhandeln, obwohl wir ihm mit dem Preis entgegengekommen waren. Er hatte einen kleinen Jungen mitgebracht, nicht älter als sechs Jahre. Der ging immer in der Werkstatt zwischen den Vitrinen umher. Schließlich bezahlte der Mann die Kreuze und plötzlich sah ich, daß der Junge in eine Vitrine griff und etwas in die Hosentasche steckte. Ich habe den Mann in Ruhe weiter bedient und dachte: —Was wird der Alte denn jetzt machen?ž Er beobachtete nämlich den Jungen genauso wie ich. Als er die Kreuze eingesteckt hatte, sagte ich zu ihm: —Passen Sie auf, holen Sie den Jungen mal her.ž Vor seinen Augen räumte ich dem Jungen die Taschen aus. Der Mann wollte auf die Knie fallen und um Entschuldigung bitten, doch ich sagte ihm: —Verschwinden Sie, ich glaube nicht, dass der Junge es aus eigenem Antrieb gemacht hat. Sie sind schon vorher hier gewesen und können das auf die gleiche Tour gemacht haben.ž In meiner ersten Zeit bin ich schon manches Mal auf so etwas hereingefallen.


ERFAHRUNGEN MIT RELIQUIEN

Vor einiger Zeit sind von einem entschlossenen skeptischen Professor sämtliche Reliquien, die das Kloster Brauweiler bei Köln in Hunderten von Jahren gesammelt hat, in drei Kisten gesteckt und versiegelt worden, unter anderem das Manna aus der Wüste und drei Haare von Petrus und solche Sachen. Ich hätte gern etwas vom hl. Matthias gehabt. Nun haben aber die Insekten die Beschriftungen auf den Reliquien zerfressen und unleserlich gemacht. Mein Freund Hubert (ein Stigmatisierter Eisenbahner aus Süddeutschland) kann, wenn er in Visionen fällt, sagen, was für eine Reliquie du ihm vorlegst, ob sie echt ist und von wem. Therese von Konnersreuth konnte das ebenso und auch Anna Katharina von Emmerich in ihren Visionen.
Man brachte mir den Schädel eines Soldaten von der Thebäischen Legion mit einem großen Loch in der Stirn. Bei dem Schädel hatte ich gewissen Zweifel, ob das Loch nicht nachträglich hereingemacht worden ist. Mit dem Beil oder einer Axt wäre es ganz anders ausgefallen. Es ist zu schön gemacht.
Ich sollte um diesen Schädel einen silbervergoldeten Lorbeerkranz anbringen, damit er im Schrein netter aussieht. So habe ich das auch ausgeführt. Ich habe auch Schreine für andere Reliquien gemacht.
Der Apostel Mathias ist am Niederrhein ein vielverehrter Heiliger. Die Mathiasbruderschaft von Schwalmtal-Waldniel pilgert jedes Jahr zwischen Christi Himmelfahrt bis Pfingsten zu Fuß zum Grab des heiligen Mathias in der Basilika der Abteikirche St. Mathias in Trier. Einige der Pilger kamen vorher zu mir nach Köln. Sie legten einen großen Schein auf meinen Arbeitstisch und baten um die Gestaltung eines Schreins für eine kleine Reliquie des Heiligen. Ich stellte schnell einen Goldring mit Glaseinlagen her, der bei der Übergabe der kleinen Reliquie fest versiegelt wurde, wie es für den Gebrauch im kirchlichen Raum zur Einlage in Altarsteine vorgeschrieben ist. Die Reliquie wurde feierlich auf einem roten Samttuch von den Pilgern von Trier bis Waldniel getragen. Sie wurde nach einem feierlichen Einzug mit Glockengeläut in die Michaelskirche in den inzwischen von mir angefertigten Emaille-Schrein verschlossen. Der Schrein ist immer sichtbar unter dem Altar angebracht. Später wurde ich noch mit der Herstellung eines Taufkessels von der Mathiasbruderschaft beauftragt.


KRITISCHE SITUATION

B.: —Hast du schon einmal Todesangst kennengelernt?ž
E.G.W.: —Ja, bei meiner Arbeit lernte ich sie zweimal kennen. Einmal sollte ich in Düsseldorf über der Kirche —Zum Guten Hirtenž ein Kreuz aufhängen. Vor mir kletterte sorglos der Pfarrer aufs Dach, abgesichert durch den Gebrauch seiner beiden Hände. Ich mußte aber auf der engen Wendeltreppe mindestens eine Hand frei haben zum Halt, und meine einzige Hand war besetzt mit dem Transport der Werkzeuge ... Dann mußte ich mich freihändig durch eine Luke zwängend, ihm auf die Dachschräge folgen.
Das andere Mal war es in einer Neubaukirche in Krefeld. Ich wußte damals nicht, daß ein Kirchturm schwankt. Hinter mir drehte das Fernsehen. Mit einem Kran sollte die Muttergottes auf die Turmspitze gebracht werden. Oben angelangt habe ich mich zuerst einmal flach hingelegt. Die Leute vom Fernsehen schlugen vor, ich solle doch die Muttergottes zum Filmen festhalten.
Ein Windstoß überraschte mich, und die Muttergottes drehte sich, denn sie diente als Windfahne.ž


EIN PFERD, GEGOSSEN AUS DREI KILOGRAMM GOLD

Für Mohammedaner gilt heute noch das Verbot, sich Bilder von Gott oder Menschen zu machen.
Deshalb sind auf Teppichen und Kunstgegenständen aus orientalischen Gegenden nur Tiere und Ornamente abgebildet. Ich hatte auch für einen Scheich im Irak einmal einen Auftrag der —Strabagž, ein Straßengroßbauunternehmen, auszuführen: ein goldenes Pferd auf einem Rubin stehend aus drei Kilo neunhunderter Gold.
Das war in der Zeit, in der das Kilo Gold noch viertausend Mark kostete, während man heute mit einem Preis zwischen zwanzig- und vierzigtausend Mark rechnen müßte.
Als ich den Auftrag bekam, kostete das Kilo viertausend Mark. Ich veranschlagte für den Auftrag vierzigtausend Mark, hatte am Ende aber keinen Pfennig verdient, weil das Gold in der Zwischenzeit auf achtzehntausend Mark gestiegen und wenige Tagen danach, als ich den Gußkanal ablieferte, wieder auf zehntausend Mark gefallen war. So habe ich in circa sechs Stunden achttausend Mark an den drei Kilo Gold verloren.
Ich hatte das gegossene Pferd auf einen Rubinquarz gestellt. Der Rubin ist ja rot, aber die Außenschalen des Rubins schimmern in einem herrlichen Grün.
Ich mußte auch sehr schnell modellieren, denn es ging um den Erwerb von Grundstücken, durch die eine Autobahn gebaut werden sollte. Die —Strabagž mußte den Verhandlungsleuten mit goldenen Geschenken kommen, einmal eine goldene Ziehharmonika und einmal das goldene Pferd. Wenn man zum Scheich geht, bringt man halt Geschenke mit.


DAS GOLDBAD

Zyankali löst im Goldbad ganz langsam die Anode auf. (Anode, der Pluspol, an dem in Lösungen stets Oxydationsvorgänge stattfinden.)
Alle paar Monate fülle ich ein bißchen Zyankali nach, damit das Goldbad gleitend bleibt. Hat das Zyankali das Gold aufgelöst, ist das Bad neutralisiert.
Früher setzte man eine Stahlanode ein, die nicht abscheidet, sondern nur das Gold, das im Bad ist, absetzt. An der Kathode war eine Waage angebracht, mit der man den Gewichtsunterschied feststellte.
Das Wasser wird in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt. Man könnte also eine Flamme erzeugen, da der Wasserstoff brennt.
Ich wollte einmal zwei ganz große Platten vergolden lassen. Doch der Obermeister schaffte es nicht. Da nimmt man einfach so ein Kinderplanschbecken, füllt Zyankali ein und hat sein Goldbad. Das Becken kannst du natürlich nachher wegwerfen.
Man darf mit der Hand in die Flüssigkeit rein, aber keine Wunden an den Fingern haben, weil die zu eitern anfangen. Die Krusten werden abgefressen. Ansonsten passiert gar nichts.






FEUERVERGOLDUNG

Früher habe ich beim Feuervergolden siebzehn bis zwanzig Gramm Quecksilber für ein Gramm Gold gebraucht, so dass nachher auf ein Gramm Gold sieben Gramm Quecksilber kamen. Das strich ich auf einen Kelch und ließ es verdampfen.
Dünne Goldplatten wurden ganz klein geschnibbelt und fein gewalzt auf ca. 0,1 Millimeter. Weil die Walze das nicht so gut packte, walzten wir es, eingebettet in Papierschichten, die später verbrannten.
Siebzehn Gramm Quecksilber wurden in einen Porzellantiegel gefüllt und dazu das Gold geschüttet.
Die Mischung hielten wir über einen Bunsenbrenner, der zum Schutze in einer Wasserschale stand, weil beim Kochen das Quecksilber herumspritzte. Das Quecksilber konnte man mit einem Kupferspachtel wieder aus der Schale entfernen.
Wenn Quecksilber auf einen Goldkelch spritzt, entstehen weiße Amalgamflecken und man macht sich alles kaputt. Die Flecken könnte man wieder mit Salpetersäure abrauchen. Um diesen zusätzlichen Arbeitsgang zu vermeiden, gab es also das Wasserbad. Wir bogen einen Draht, an den der Porzellantiegel über einen Bunsenbrenner angehängt wurde.
Ein Ventilator darüber saugte den Quecksilberdampf ab, der in Kupferlamellen abgekühlt wurde. Kupfer hat die Eigenschaft, Quecksilber wie ein Magnet anzuziehen. Man ließ die kochende Masse noch eine Weile in dem Tiegel. Von den siebzehn Gramm Quecksilber mußten zehn Gramm verdampfen. Man schüttete das ganze in die Wasserschale. Es hatte sich Amalgam gebildet, pastenartig wie Quark, ähnlich dem Amalgam beim Zahnarzt. Dieses Goldamalgam wurde mit einer Hasenpfote ohne Krallen innen und außen auf den Kelch gestrichen. (Eine Hasenpfote hält hundertachtzig Grad Hitze aus.) Man konnte auch einen Schweineborstenpinsel nehmen, auch der hält die Hitze aus.
Durch das Erhitzen schmolz die Paste sowohl innen als auch außen am Kelch und verteilte sich beim Drehen gleichmäßig. Mit dem Pinsel verstrich ich noch zusätzlich.
Der zu vergoldende Teil mußte aber an jeder Stelle genau gleich heiß sein, sonst zog sich das Quecksilber an der heißesten Stelle zusammen. Es wurde der vorher quecksilberfarbene Kelch ganz gelb, also nicht golden. Nachher ließ man ihn abkühlen. Die Abkühlung erfolgte über einer Wasserschale, damit kein Quecksilber in den Raum gelangte. Das alles musste sehr sorgfältig gemacht werden. Den Kelch hielt ich mit einer Feuerzange fest. So wurde ein Kelch feuervergoldet und anschließend mit einer Messingbürste und Wasser, das mit einer Baumrindenseife versetzt ist, gekratzt.
Diese Seife ist ohne Fett, denn Fett ist der Tod für einen vergoldeten Kelch. Mit Kreide, Kratzsud oder —P3ž wurde der Kelch entfettet. Nach dem Kratzen wiederholte man den ganzen Vorgang noch einmal und erhielt eine Vergoldung, die —tausendž Jahre hält. Sie ist so haltbar, weil das Gold richtig in das Eisen eingeschmolzen ist. Abschließend wurde der Kelch mit einem Edelstein poliert. Früher war das Polieren sogar ein eigener Beruf. Man muß aber damit rechnen, daß mal eine Vergoldung nicht in Ordnung ist.

B.: —Es muß doch auch noch andere Arten der Vergoldung geben.ž
E.G.W.: —Natürlich. Man kann galvanisch vergolden, oder maschinell.ž
B.: —Muss man denn per Hand polieren?ž
E.G.W.: —Nein, man kann das auch mit Maschinen machen, doch dann geht die Hälfte bis Dreiviertel der Vergoldung wieder mit ab.ž
Eva: —Poliert man denn mit einem Lappen?ž
E.G.W.: —Nein, mit einem Glutstein.ž
Eva: —Wird das Gold nicht verkratzt?ž
E.G.W.: —Nein, Glutstein ist so fein geschliffen oder rund, daß da nichts verkratzt. Man hat so um die dreißig verschiedene Glutsteine. Nur, wenn man den Glutstein viel reibt, wird er heiß und man braucht Wasser, um ihn zu kühlen, damit er rutscht. Doch wenn man nicht obacht gibt, springt er.ž

Das wissen aber die meisten nicht. Die wundern sich, daß der Stein nach einem Jahr kaputt ist. Wir haben Kelche von Priestern bekommen, die neu vergoldet werden sollten, teilweise erst ein Vierteljahr alt und schon durchgefressen.Tomback war der Untergrund anstelle von Silber. Das wirkt giftig beim Trinken des Weines.
Tomback, das ist Messing mit 67-90 Prozent Kupferanteilen und einem Rest Zink. Je nach Zinkgehalt ist die Farbe rot oder goldgelb.
Die Weinsäure zerfrißt Kupfer, wodurch ein giftige Verbindung entsteht.
Ich habe in den über fünfzig Jahren meiner beruflichen Arbeit noch nie einen Kelch mit Reklamation zurückbekommen.
Mittlerweile habe ich eine neue Erfindung gemacht: galvanisch zu vergolden. Anstatt siebzehn Gramm Quecksilber brauche ich jetzt nur noch ein Gramm auf ein Gramm Gold. Ich streiche das Quecksilber über den galvanisch vergoldeten Kelch und mache dieselbe Prozedur wie vorher auch. Doch jetzt frißt das Quecksilber beim Heißwerden das Gold auf, kriecht in das Gold hinein, wird immer heißer, muß verdampfen, und das Gold bleibt im Kelch zurück. Man hat in kurzer Zeit die herrlichste Vergoldung, eine Feuervergoldung, ein Gramm Gold mit einem Gramm Quecksilber anstatt mit siebzehn. Das ist nicht so giftig für die Umwelt.
Ein Gebrauchsgegenstand wird immerzu gerieben, den kann man mit einem Gramm vergolden, für einen Kelch aber braucht man drei Gramm Feingold. Der hält bestimmt dreißig bis fünfzig Jahre.
In meiner Werkstatt stehen Goldbäder. Ein Goldbad kostet dreißig bis vierzigtausend Mark; es verdampft und muß wieder aufgefrischt werden, dazu gehören schon viele Kenntnisse.
In einem Vergoldungsbad befinden sind etwa einhundert Gramm Gold, in einem Versilberungsbad etwa vierhundert Gramm Silber. Kreuze sind innerhalb weniger Minuten versilbert. Das Silberbad muß natürlich heiß, die Kontakte müssen in Ordnung sein. Vieles muss stimmen. Beim Versilbern muss das Bad immer bewegt werden, entweder automatisch oder - wie bei uns - mit der Hand.




EIN VERFAHREN FÜR KLEINE OBJEKTE

Krupp hat das —Endlosrohrž entwickelt. Es war ein Patent, das die Amerikaner nach dem Krieg mit vielen anderen erwarben. Über einen Kern wird von oben ohne Unterbrechung flüssiges Eisen gekippt. So entstehen Endlosrohre mit einem Kühltrichter und einem langen Fallrohr. Dieses Saugverfahren haben wir uns beim Gießen von Figuren zunutze gemacht. Der Bauingenieur baute eine Pumpe, unten versehen mit einem Rohr, in dem ein luftleerer Raum entsteht. Er schmilzt oben elektrisch die Bronze in der Form bis zur Glut wie beim Schleuderguß. Durch den luftleeren Raum wird die flüssige Bronze angesaugt und durch einen Trichter in die Form gedrückt.
Es entstehen keine Luftblasen. Jetzt wird dieses Verfahren auch für kleine Sachen angewendet. Das ist viel billiger, als die teuren Maschinen für den Schleuderguß weiter zu verwenden. Was mir aber Sorgen macht, ist, wer all unsere Erfindungen weiterführt.
Immer, wenn ich nicht wußte, wie etwas funktioniert, probierte ich alles aus. Zum Beispiel das Färben von Kupfer oder das Funktionieren der Schwefelleber. Das Buch, in das ich alles notiert habe, ist spurlos verschwunden.
Wir haben früher noch Wachsgußverfahren angewendet und den Sepiaguß. Sepia sind Schalen von Meerestieren, die auf dem Meeresgrund liegen. Darin drückten wir zwei Ringe ab und konnten gießen.


EINE MADONNENSKULPTUR IN VELBERT

In den Gießereien leitete der Meister früher alles. Vielleicht wurde auch mal ein Ingenieur für Konstruktionen oder bei komplizierten Berechnungen eingesetzt. Heute findet man in Gießereien fast nur noch Ingenieure. Derjenige, der mir die Goldsachen in Pforzheim goß, ist von Beruf Brückenbauingenieur. Er sah sich ein paar Jahre in Amerika um, sah einem Zahntechniker zu, wie ein Wachsausschmelzverfahren verläuft, und machte mit diesem Wissen, zusammen mit einem Kollegen, ein Unternehmen in Pforzheim auf. Die machen dort die schwierigsten Sachen.
Ich gebe vieles dorthin, sie sind meine rechte Hand. Der mutige Ingenieur übernahm meinen Auftrag, eine große Madonna zu gießen, ohne eigentlich eine Ahnung davon zu haben. Mit einem Gipsgießer aus Italien probierte er. Als sie die obere Hälfte der Skulptur gegossen hatten, ging ihnen die Bronze aus, so dass der zweite Teil in einer anderen Farbe ausfiel, was ich durch Bemalung korrigieren ließ. Sie ist wunderschön geworden und steht heute in Velbert in einem Wald.


GIEßEN MIT DER HANDSCHLEUDER

Wir haben früher jeden Tag geschleudert, aber noch mit einer Handschleuder. Einmal wollte ich einen Christus gießen, füllte einen Marmeladeneimer mit Einbettmasse, formte den trichterförmigen Einguß und erhitzte das Ganze. Das flüssiggewordene Silber goß ich hinein, schleuderte. Da riß der Henkel, der Eimer mit 1 kg Silber sauste an die Decke - Feuer kam vom Himmel: Granulationen - tausende Kügelchen entstanden auf so einfache Weise. Ich habe noch nie so viele Kügelchen besessen. Das Verfahren baute ich aus, um Granulationen herzustellen. Mein Sohn Fidelis und ich versahen dazu eine Tonne mit einer Schleuder und runden Düsenschalen von Flugzeugen.


GRÜNDUNG VON GIEßEREIEN

Am Anfang goß ich alle meine Arbeiten in meiner Küche, später in meiner Werkstatt. Auf der Suche nach einem Gießer stieß ich in der Zeitung auf die Anzeige eines Ziseleurs, der mich an einen Gießer der Firma Laport & Söhne vermittelte. Meine Kreuze hatte ich damals für 3,50 DM verkaufen können. Diese Firma goß mir die Kreuze für neunzig Pfennig, so dass ich, wenn ich dreißig bis vierzig Pfennig für das Färben ausgab, sie für eine-Mark-fünfzig verkaufen konnte. Diese Güsse waren viel besser und sauberer als ich sie selber herstellen konnte, aber in der Zwischenzeit stiegen die Löhne von 1,80 DM auf zwei Mark, auf vier Mark, auf sechs Mark, so daß die Firma meinen Vorstellungen nicht mehr entsprechen konnte.
Als der Kunststoff das Metall ablöste, wurden die Leute arbeitslos. Man bot mir die Firma in Wuppertal-Barmen zum Kauf an für neunzigtausend Mark; ein vierstöckiges Haus mit eingebauter Gießerei und noch zwei angrenzenden Häusern in günstigster Lage an einem Bahnhof der Schwebebahn. Doch meine Anneliese war mit dem Kauf nicht einverstanden. So mietete ich das Objekt für zweihundertfünfzig Mark im Monat, und ich stellte die arbeitslosen Leute der Firma Laport ein und musste erfahren, dass die neuen Gießer nur Grobgießer waren. Sie gossen z.B. Gestelle für Bügelfabriken, über denen Anzüge geglättet wurden. Aber sie verstanden nicht, kleine Teile sauber zu gießen. Sie hatten andere Verfahren.
Ich übernahm auch die Firma Laport und eine andere Gießerei. Ich stellte neue Öfen auf, baute ein neues Dach mit Schornstein und ließ mich das zweihundertfünfzigtausend Mark kosten. Ich dachte, in zehn Jahren die Schuld abgetragen zu haben. Aber in einem Jahr hatte ich das Doppelte herausgeholt, alles bezahlt und noch jede Menge übrig. Ich mußte zwei bis dreimal jede Woche von Köln nach Wuppertal über Landstraßen durch das Bergische Land fahren, denn es gab noch keine Autobahnen. 1954 beschäftigte ich Leute in drei Gießereien, eingerechnet meiner eigenen Gießerei in meinem Keller.
Früher waren es Eisenformen, in die das flüssige Metall gegossen wurde. Eines Tages verunglückte mein Gießer. In meiner Verzweiflung hörte ich mich in Solinger Gießereien um und stieß auf einen Herrn W. auf der Brühler Straße. Ich kam und staunte nicht schlecht. Dieser Mann goß schon jahrelang meine Modelle für einen Wuppertaler Studienrat. Der Gießer der Raubkopien schlug mir vor: —Wenn Sie mir einen Auftrag von zwanzigtausend Stück im Jahr geben, bin ich voll zufrieden und werde nur noch für Sie gießen.ž Ich sah von einer Strafanzeige ab. In dieser Gießerei konnte ich mitarbeiten und die neue Technik nach Wuppertal übertragen. Bisher hatte ich mit sechs Mitarbeitern in meiner Werkstatt pro Woche tausend Kreuze herstellen können, Herr W., ein Tüftler, goß an einem Tag so viele Kreuze.
Zuerst verwandte ich Eisenformkästen in Wuppertal. Der Solinger Gießer aber goß in Aluminiumformkästen. Meine Kästen waren ungefähr zwanzig Zentimeter dick, die der Solinger keine vier Zentimeter. Also brauchten sie nicht einmal die Hälfte Sand, in die die Form eingebettet wird. Dadurch und mit der damit verbundenen anderen Gußmethode konnten sie viel schneller gießen.
Heute brauchen wir nur noch zwei Formen. Aber die Schmelze muß den ganzen Tag laufen. Außerdem heizen wir elektrisch, nicht mehr mit Koks, wobei ja Schlacke anfiel, die entsorgt werden musste. Somit ist das heutige Verfahren trotz teurer Maschinen billiger.
Jedes Jahr entstehen fünfzig bis hundert neue Modelle.
In meiner ersten Gießerei in Wuppertal brauchte ich noch hundert Formkästen, die Solinger dagegen nur drei. Bei den Solingern brannte den ganzen Tag das Feuer im Koksofen, wo die Bronze flüssig gehalten und mit einem Schöpflöffel in die Formen verteilt wurde. Bei mir in Wuppertal mußten zwei Mann einen großen Tiegel aus der Schmelze holen und die Bronze in die hundert Kästen eingießen. Das war viel zeitaufwendiger und schwieriger. Durch diese Solinger Technik habe ich sehr viel gelernt.
Eines Tages kam einer der Gießer zu mir und fragte: —Herr Weinert, können Sie heute Abend zu mir kommen, wir feiern Abschied. Morgen fahre ich nach Australien, wir gießen jetzt in Australien.ž
Ich hatte schon gehört, daß einige meiner Sachen seit Jahren in Australien zu bekommen waren. Von ihm persönlich erfuhr ich: —Wir gießen schon seit Jahren Ihre Sachen dort.ž Am nächsten Morgen erhielt ich einen Anruf: er war in der Nacht tot umgefallen.
Nun vergab ich Aufträge in die Gießerei von Frau Steinershoff in Solingen, wo in meiner Gegenwart ein Herr P. eindringlich um mehr Arbeit bettelte. Die Chefin zeigte kein Verständnis.
In Köln tauchte bald Herr P. vor meinem Wagen auf. Er war mir gefolgt, um meine Adresse zu erfahren. —Herr Weinert, würden Sie mir auch Aufträge zukommen lassen, ich gieße billiger und besser. Ich habe ein kleines Gartenhaus mit einem Schmelzofen, da kann ich alles gießen.ž Ich sagte: —Gut, versuchen wir das mal probeweise.ž Er fing an, meine Objekte mit großer Qualität zu gießen.
Ein anderer Gießer gießt alle großen Skulpturen und Rahmen für die Emaillebilder.



ALLE PLATTEN GLEICH GROß

Leute kamen zu mir und baten: —Herr Weinert, machen Sie mal eine Maria, einen Josef und einen Johannes.ž Ich arbeitete auf Wunsch gleich groß gegossene Platten So sind im Laufe der Jahre weit über tausend Platten mit Heiligendarstellungen entstanden.

B.: —Das ist ja fast wie eine Fabrik.ž
E.G.W.: —Ja, und das wird mir sehr angelastet.ž
Einen Teil am Gewinn erhält das Kloster Münsterschwarzach. Von dem Gewinn werden im Kloster neue Leute ausgebildet. In Korea wird eine Werkstatt mit dreißig Mann unterstützt. Meine Frau Waltraud ist meine Geschäftsführerin der Ursulawerkstätte. Von ihrem Gehalt leben wir.
Ich fühle mich getrieben, jeden Tag oder wenigstens jeden zweiten, ein neues Stück zu gestalten. Gleich danach fahre ich in die Gießereien nach Weeze, Solingen oder Köln. Ich habe erkennen müssen: Wenn du hundert Modelle hast, bringt das Gewinn.
Wir verkaufen jeden Tag viele unterschiedliche Kreuze, das ist kaum zu glauben. Wir wollten nach dem Krieg wieder christliche Zeichen in die Familien bringen, also Kreuze und religiösen Schmuck, was auch sehr großen Anklang findet. Die suchen alle wieder Zeichen christlichen Glaubens, damit jeder sieht: —Ich bin ein Christ.ž


TÖPFEREI IN ADENDORF

Bei Meckenheim, in Adendorf, gab es Töpfereien, in denen ließ ich zwei Meter hohe Madonnen brennen für nur achtzig Mark.
In die Öfen hinein konnte man nur mit dem Auto fahren, so riesig sind die. Dort habe ich die großen Weihwassergefäße, die hinten in den Kirchen für die Gemeinde stehen, und andere Sachen brennen lassen.
Aber heute ist alles kaputt. Es gibt nicht mal mehr einen Töpfer, der noch einen richtigen Ofen hat. Damals existierte auch noch nicht das Glas in so großem Umfang wie heute. Die galvanischen Wannen und die viereckigen Tröge aus Ton, in denen man Fotos entwickelte, waren nie dicht. Meine Gold- oder Zyankalibäder verloren immer an Volumen durch die feinen Ritzen im Ton. Das waren teilweise große Verluste.


KREUZE ALS ZEICHEN DES GLAUBENS

Die religiöse Kunst anderer Künstler interessiert mich sehr. Ich habe für meine Sammlung einen kleinen Raum in Königsdorf eingerichtet. Christliche Kunst hat immer einen merkwürdigen Beigeschmack. Betreiber von Galerien wandten sich öfter an mich: —Herr Weinert, wir nehmen gerne Arbeiten von Ihnen, aber keine frommen Sachen.ž
Ich habe dem jetzigen Abt von Münsterschwarzach einmal gesagt, unsere Kunstwerke müssen ins Volk kommen. Das sind doch Produkte des Glaubens, die man anfassen kann. So können wir dem Volk beim Glauben und Beten helfen und sie im Glauben stärken.
Da fällt mir eine Geschichte ein. Ich brachte einen Kreuzweg zu einem Pfarrer in seine Kirche in Wesel und überreichte ihm ein kleines Kreuz. Ganz erfreut und überrascht betrachtete er dieses Kreuz und sagte: —Wissen Sie überhaupt, was genau so ein Kreuz aus Ihrer Werkstatt ausgelöst hat? Es gelangte irgendwie nach Indien in die Hände einer Entwicklungshelferin - aber ich sag weiter nichts. Warten Sie ab.ž Ich bekam bald darauf einen Brief von der Oberin eines Karmeliterinnenklosters bei Altötting mit dem Auftrag, die alte Kapelle des Klosters anzusehen, in der seit dreißig Jahren nichts verändert worden war. Ich fuhr hin. Eine Dame, die sich mir als die Oberin dieser Frauengemeinschaft vorstellte, kam begeistert auf mich zu und führte mich, mit einem Glöckchen vorangehend, zur Kapelle, vorbei an den Nonnen, die schnell den Schleier vor ihr Gesicht zogen. —Wissen Sie, ich muß Ihnen unbedingt etwas erzählen,ž sagte die Oberin. —Denn als ich dieses Kreuz von Ihnen sah, war ich so angerührt und erschüttert, dass ich meinen Beruf aufgab und in den Karmeliterinnenorden eintrat. Jetzt kam dieser Pfarrer auf mich zu und sagte mir: —Ich habe den Künstler entdeckt, der Ihr Kreuz gemacht hat.žž —Hier in der Kapellež, sagte sie zu mir, —können Sie machen, was Sie wollen. Wir haben gesammelt.ž So habe ich den Nonnen die Kapelle schön eingerichtet.

Zum Schluß überraschte mich die Oberin plötzlich mit einer Bitte. —Machen Sie mir doch noch ein Bild von der Mirjam in Jerusalemž. —Nein, nein, hören Sie auf. Das darf doch nicht wahr seinž, sagte ich. Ich hatte nämlich die Klosterschule einer Mirjam von Abellin eingerichtet. An der Stirnwand vorne ein drei Meter großes Kreuz mit dem Corpus Christi, das mit fünfzehn Emaillemedallions des Rosenkranzes umgeben ist. (Diesen großen Rosenkranz habe ich auch für meinen Raum in Königsdorf geschaffen). Erst als ich mit allem fertig war, hörte ich zu meinem Erstaunen, daß dieser Karmel von einer Araberin errichtet worden war, einer jungen Frau namens Mirjam, einem ganz einfachen, verwaisten Hausmädchen. Sie stammte aus Abellin in Galiläa. Beim Bau der Kirche (1875-1878) führte sie selbst Regie, sie, eine Analphabetin. Dabei hatte sie drei Jahre zuvor schon in Magalore, in Indien, einen Karmel gegründet (1870-1872). Mirjam war seit 1867 stigmatisiert und starb mit 33 Jahren in Bethlehem. Ich hatte mir gleich ein Buch über sie gekauft. Mich interessierte der Vergleich mit Therese von Konnersreuth, deren Erscheinungen und Versuchungen.

Einige Jahre zuvor war Egino mit der Einrichtung eines Karmliterinnenklosters in Hafnarfjordur, 12 km von Reykjavik (Island) entfernt, beauftragt worden, auch auf eine merkwürdige Weise. Dann wurde ihm die Ausstattung einer Kirche in der Nähe von Fatima, in Aveiro angetragen, auch ein Kloster dieses strengen Ordens. Die Kirche ist barackenähnlich, ganz einfach. Es sind nur wenig Räume.
Von Edith Stein, einer Karmeliterin, die in Auschwitz ermordet worden war, sollte ein großes Emaillebild (1988) in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers von ihm angebracht werden. Das stieß, bis er es anbringen durfte, bei Juden zuerst auf größte Ablehnung, weil die Jüdin Edith Stein, Philosophin, Schülerin und Assistentin von Professor Husserl in Freiburg in Breisgau Christin geworden war. Sie war 1922 zum Katholizismus übergetreten. Eigenartig ist, dass sie ein Schreiben - es könnte 1936 gewesen sein - an das Kloster Münsterschwarzach richtete mit der Bitte, sie an Benediktinerinnen in der Schweiz zu vermitteln. Es wurde von Pater Alfons, dem Oberen der Laienbrüder, damals aus Furcht vor Repressalien der Nazis abschlägig beschieden.


ERZÄHLUNGEN

1951 lieferte ich einen Kelch für Tokio im Auftrag des Generalpräses des Kolpingwerkes Ridder für die Patendiözese.
Auf dem Kelch: Feuer der Zerstörung von Köln und Hiroshima und das Feuer des Heiligen Geistes. Dazu das Kreuzesopfer Jesu Christi.
Cuppa und Fuß sind aus einem Stück getrieben. Anstelle des üblichen Knaufes brachte ich vier Knöpfe aus Bergkristall an.
Jedesmal warte ich mit Angst und Spannung auf einen Dankesbrief. Das habe ich erst jetzt wieder bei dem Reliquienschrein für Schweinfurt erlebt und bei den Kelchen. Das kommt noch vom Kloster her.
Bei der Arbeit in der Liebfrauenkirche in Mönchengladbach bin ich schwer reingefallen. Ein Drogensüchtiger hatte mir die Ornamentfenster auf dem Kopf stehend eingesetzt. Ich habe, auch wenn es sich nur um Ornamente handelt, eine räumliche Vorstellung von meinen Motiven. Ich stellte sie mir als Engel vor. So mußte ich mir die Arbeit machen, eine ganze Wand noch einmal herauszuhauen, um die Bilder richtig einsetzen zu können.


DER KELCH VON GOLDSCHMIED WIMMER

Eines Tages suchte Professor Pfarrer Kolping meine Werkstatt auf: —Herr Weinert, hier habe ich einen Kelch, den kann ich nicht mehr sehen, schmelzen Sie ihn ein und machen Sie einen schönen neuen daraus.ž - Ich sagte ihm: —Herr Professor, ich würde Ihnen für diesen Kelch meine ganze Werkstatt geben, so wertvoll ist der.ž Das war das schönste Stück von dem Goldschmied Professor Wimmer, einem Mann, der zuerst hatte Priester werden wollen. Daraufhin hat sich Professor Kolping die Sache doch noch einmal überlegt und ging wieder nach Hause. Seitdem waren wir die besten Freunde. Später hörte ich, dass er erzählt hatte: jeder andere hätte nichts gesagt, den Kelch behalten und einen neuen gefertigt.


EIN KELCH WIRD ZURÜCKGEGEBEN

Ein älterer Mann, ein ehemaliger Priester, kam in meine Werkstatt und gab mir zögernd den Kelch zurück, den ich vor Jahren für ihn gefertigt hatte. Ich sah es ihm an: Er wurde mit dem Leben nicht mehr fertig.
Wenige Tage später betrat ein junger Mann mein Atelier, um mit mir die Gestaltung seines Kelches für die bevorstehende Priesterweihe zu besprechen. Ein strahlendes Gesicht. Ich holte den alten Kelch aus seiner mit Seide ausgeschlagenen Verpackung und stellte ihn wortlos auf den Tisch. Er war so begeistert, daß er ihn gleich kaufen wollte. Ich sagte ihm, ich könnte ihm den Kelch nicht verkaufen, höchstens schenken, denn der sei schon geweiht, und erzählte ihm von dem unglücklichen Altpriester. Er nahm den Kelch hoch und sagte: —Ich werde ihn nehmen und bei jedem Meßopfer, das ich feiere, ihn einbeziehen.ž


ANHANG

ERZBISCHOF BRUNO B. HEIM ÜBER EGINO G.WEINERT

Der im Text mehrfach erwähnte Erzbischof Heim, mit dem Egino bis zu dessen Tode ?? freundschaftlich Kontakt hatte, schildert in einem Brief einen Teil des Weges von Egino G. Weinert den sie zusammen gehen konnten. Aus den Zeilen spricht die Erlebnisfreudigkeit des Künstlers und des Erzbischhofs, wobei die Begegnungen in Skandinavien, Dänemark und England besonders beeindruckend sind.
Erzbischof Heim, vormaliger Nuntius, lernte Egino G. Weinert in den frühen 50er Jahren kennen, als der Künstler noch in seinen Anfängen in Bonn in einem Keller arbeitete.





Erzbischof Heim schreibt:

—Da in der altehrwürdigen Benediktinerabtei Münsterschwarzach die Atmosphäre für seine damals ungewöhnliche künstlerische Ausrichtung, seinen unerschöpflichen Ideenreichtum und seine unübertroffene Schaffenskraft nicht gegeben war, mußte er seinen eigenen Weg suchen, um sich entfalten zu können. Für die moderne Kirchenkunst im besonderen war dies wohl eine providentielle Fügung.
Seine Werke im Bonner Keller haben mich auf den ersten Blick sehr angesprochen, und so erging es vielen anderen. Bald konnte Egino nach Köln ziehen und sein Atelier und seine Ausstellungsräume immer mehr erweitern.
Seine Kunst, besonders soweit sie sein Interesse an religiösen Themen betrifft, beruht auf einer echten, besinnlichen Frömmigkeit, einem meditierten Verständnis der Heiligen Schrift und der Hagiographie (Lebensbeschreibung von Heiligen).
Er hat in Emaille und in Bronze in verschiedenen Größen viele hundert Heiligenbilder und Symbole gestaltet, die vervielfältigt eine große Zahl von Liebhabern fanden.
Er hat Kultgegenstände geschaffen, Kelche und Monstranzen, Kirchentüren, Glasgemälde, Altäre, Tabernakel, Lettner (Lesepult, früher Trennwand zwischen Altar und Gläubigen), große Kerzenhalter, die außer ihrer praktischen Funktion, die Altarräume gestalten und zieren.
Ich habe von ihm einen Kelch mit Patene, ein Brustkreuz, ein Altartriptychon, einige Emailles und Bronzestücke und er hat 1961 auch meinen Bischofsstab gemacht aus Ebenholz, vergoldetem Silber, Elfenbein und Halbedelsteinen mit dem Schiff Petri in der Krümmung.
Es haben wohl andere hervorgehoben, daß Egino alle seine vieltausend Entwürfe mit der linken Hand machen mußte, was seinen bestechenden Stil wohl auch stark mitprägte.
Mir war es wegen meiner Tätigkeit in Skandinavien, Finnland, Ägypten und Großbritannien möglich, ihn in mehreren Ländern bekannt zu machen. So hat er die Kapellen in den Nuntiaturen in Kopenhagen, Kairo und London neugestaltet, und auch in der Bonner Nuntiatur finden sich Zeugen seiner Kunst.
In Dänemark konnte ich ihn für viele Kirchen und Kapellen arbeiten lassen. Er hat die schöne in einer Scheune aus dem XIV. Jahrhundert eingerichtete Klosterkirche beim Schloß Sostrup prachtvoll gestaltet, die jährlich viele zehntausend Leute ansehen kommen. Werke von ihm sind in der einzigartigen Kirche der Heiligen Familie in Birkerod-Nordvanggaard, wo das Kreuz, der Altar und der Tabernakel den Blick auf sich ziehen und besonders auch der Kreuzweg aus Steinen und Stacheldraht mit kleinen Kreuzwegbildern in Emaille darüber.
Ferner schmückt seine Kunst Kirchen und Kapellen in Grenaa, Horsholm, Hillerod und Bistrup, sowie den unter einem offenen Vordach stehenden Wallfahrtsaltar in Om (Jütland), wo sich vor der Reformation eine blühende Zisterzienserabtei befand. In anderen Kirchen und Kapellen stimmt Eginos Kunst zu frommer und froher Beschauung. Ich kann nicht mehr alles aufzählen. Zu erwähnen sind jedenfalls auch die Christkönigskapelle in Godthaab in Grönland und die Kirche der Karmelitinnen in Hafnarfjordur, zwölf km von der Isländischen Hauptstadt Reykjavik. Auch in Schweden, Norwegen und Finnland sind Werke seiner Kunst zu sehen. Im Erzbischofshaus von Westminster habe ich einige Bronzestücke hingestellt, von welchen Kardinal Hume sehr begeistert war.
Bei einem Besuch bei mir gefiel dem Privatsekretär von Papst Paul VI. Eginos Kunst, und in der Folge kamen Werke von ihm in die Vatikanische Pinakothek. In meinem Auftrag machte er später einen prächtigen Kelch für Papst Johannes Paul II.
Egino hat sich nicht auf kirchliche Themen beschränkt. Er hat auch viele auserlesene Schmuckstücke, Ringe, Ketten, Broschen und anderes geschaffen. Sein Ausstellungshaus außerhalb der Kölner Stadtmitte ist ein großes Museum, in welchem man stundenlang seine Arbeiten in verschiedenen Techniken und Materialien bewundern kann. All das motivierte mich und andere, Egino G. Weinert für seine päpstliche Auszeichnung und das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen. Doch das ist wenig im Vergleich zu dem unvergänglichen Denkmal, das er sich durch sein künstlerisches Gesamtwerk selbst errichtet hat.
Bruno B. Heim, ehem. Nuntius


MONSIGNORE DR. FRANZ ROHNIG PROFESSOR FÜR KUNSTGESCHICHTE IN TRIER

Aus ganz anderer Sicht berichtet Professor Ronig über Egino G. Weinert und seine Kunst. Über seinen Weg im künstlerischen Schaffen durch die Jahrzehnte hinweg schreibt er würdigend:

Aus einem Interview mit Herrn Prof. Dr. Franz Ronig, Trier, am 27.6.1996.
(Die Textgestalt wurde gekürzt und vom Autor überarbeitet.) 16.August 2003

Franz Ronig, Jahrgang 1927, studierte in den Jahren 1948 bis 1954 an der Theologischen Fakultät Trier Philosophie und Theologie und wirkte nach seiner Priesterweihe als Kaplan und Religionslehrer in Saarbrücken und Nonnenwerth. Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie wurde er 1966 zum Dr. phil. promoviert und versah 1966-1997 das Amt eines Diözesankonservators in Trier. Einem Lehrauftrag für Geschichte der christlichen Kunst und der Denkmalpflege (1966) an der Theologischen Fakultät Trier folgten an den Universitäten Saarbrücken und Trier Ernennungen zum Honorarprofessor (mit Lehrverpflichtungen). Seine Pflichten als Kustos des Trierer Domschatzes und als Domkapitular em. nimmt er weiterhin wahr.

Franz Ronig lernte Egino Weinert Anfang der 1950er Jahre - damals war Ronig noch Theologiestudent - in Köln kennen und war von seinen Werken sehr angetan. Er und auch andere junge Leute bewunderten die Vielfalt der Objekte, die ihnen nach den Kriegsjahren eine neue Welt, gerade auch in der religiösen Malerei und der Metallkunst aufschlossen.


—Die ersten Werke waren noch von einer Beweglichkeit geprägt, die dem Stil der 1920er und 30er Jahre verpflichtet war. Auch der Zusammenhang mit solchen Künstlern wie etwa Mataré wurde uns jungen Leuten offensichtlich. Man spürte und sah etwas von dem Gedanken- und Formenaustausch, der vielfach und in jeder Generation stattfindet - sowohl von rechts nach links als auch von den Älteren zu den Jüngeren. Diese sehr bewegte Formensprache, die streckenweise fast manieristische Züge annahm, hat sich im Laufe der Zeit beruhigt. Die Formen wurden ruhiger, im Sinne einer einfachen, in sich ruhenden Gestalt. Vor allem die späteren Emaillekompositionen sind ganz von dieser beruhigten, manchmal sogar abgeklärten Form geprägt, ohne daß dadurch das innere Leben und die Expressivität untergegangen wären. Die Linien wurden einfacher und klarer, deutlicher; die Flächen wurden als solche betont. - Ein Werk von Egino Weinert aus dieser Frühzeit und ein Werk aus den letzten Jahren ist indessen immer noch als ein unverwechselbarer —Weinertž zu erkennen; die Konstante seines Stiles blieb die Jahre hindurch erhalten. Selbst die Arbeiten der Werkstatt beugen sich diesem Stil.

Eine weitere durchgehende Konstante ist in den Inhalten zu erkennen. Neben vielen Objekten für das sogenannte profane Leben - wie Schmuck und künstlerisch geformte Gebrauchsgegenstände mit profanen Bildideen - sind es vor allem biblische Inhalte, besonders des Evangeliums und der christlichen Botschaft überhaupt, die sich wie ein roter Faden als Aussage durch die ganze Zeit hindurchziehen. Die Darstellungen haben sich wohl geändert im Zusammenhang der stilistischen Entwicklung; haben sich auch geändert durch neue Akzentsetzungen. Was sich zweifellos in hohem Maße zugenommen hat, ist die Vielfalt der Themen und auch die Vielfalt der Aussagen.

Was Egino Weinert immer wichtig blieb, das war naturgemäß die bildhafte Aussage der biblischen Texte überhaupt. In dieser Frage war die historisch-kritische Schule einer wissenschaftliche Exegese glücklicherweise an ihm spurlos vorübergegangen. Ohne eine solche —Naivitätž wird es eine erzählerische Bildaussage biblischer Texte wohl nie geben. Bei der Darstellung eines biblischen Themas steht bei Weinert die —Realitätž des Ereignisses ohne Zweifel im Vordergrund. Das hängt auch damit zusammen, daß einem am Bild orientierten Künstler Abstraktheiten weniger liegen; auch damit, daß er aus einem reicheren Fundus schöpft als aus der bloßen Intellektualität kühler Gedanken. - Natürlich melden sich Fragen der Gegenwart. Dazu erscheinen aber die aus den Tiefen der Tradition auftauchenden Vorstellungen. Aber auch der Mensch in seiner Humanität spielt mit: mit seinem Inneren, mit seinen Erfahrungen, seinen persönlichen Erinnerungen, mit seinem Engagement, mit seinem Gefühls- und Gemütsleben, mit seinem Stehen und Fallen und Aufstehen. Das alles ist mehr, als eine wissenschaftliche Exegese bieten könnte.

Das Bild zum Beispiel der Verkündigung an Maria oder der Hochzeit zu Kana, das Bild der Kreuzigung Christi, bleibt als kerygmatische Aussage im Prinzip dasselbe durch alle Jahrhunderte hindurch - mögen die zeitgeschichtlichen und auch die stilgeschichtlichen Veränderungen auch noch so sehr ins Auge fallen. In diesem Zusammenhang sind die Bildwerke von Weinert in hohem Maße kerygmatisch - im Sinne einer —Theologie der Verkündigungž - gedacht und als solche auch gewollt. Sie erreichen diesen Charakter durch die Art und Weise ihrer Aussage. Von daher ergibt es sich fast von selbst, daß viele Menschen, denen es um eine Glaubensaussage im Bild geht, bei Egino Weinert ein Bild in Auftrag geben oder auch ein vorrätiges kaufen.


Die Bildwerke Egino Weinerts sind im besten Sinne des Wortes —konzipiertž, ja sogar in ihrer Komposition sorgfältig konstruiert, selbst wenn sie —wie hingeworfenž erscheinen. —Scientia sine arte nihil est - Kunst ohne Wissenschaft ist nichts,ž sagten wie in einem Bonmot die Alten.. Einem Kunstwerk muß eine geistige Konzeption zugrunde liegen. Diese Konzeption bedarf dann einer soliden fomalen Durcharbeitung und Konstruktion, ohne daß es dadurch zu einem blutleeren Konstrukt werden müßte. Die Künstler aller Zeiten haben die Komposition und die kompositorischen Gesetze sehr ernst genommen und studiert, geübt und gepflegt.

Das Verwenden von sich wiederholenden Formen und Motiven führt - wie bei den Alten, so auch - bei Egino Weinert zu einem Wiedererkennungseffekt sowohl im Inhaltlichen als auch im Stilistischen. So erscheinen etwa die hochgepriesenen Buchmalereien der Reichenau oder auch die der Kölner Schule des 10. und 11. Jahrhunderts wie aus wiedererkennbaren —Versatzstückenž zusammengesetzt. Das Zusammensetzen an sich ist noch nicht etwas qualitätsmäßig Abträgliches. Dazu würde es erst dann, wenn es geistlos, ohne künstlerisches Gefühl oder ohne kompositorische Verarbeitung geschähe. Das Wiederauftauchen von bestimmten wiedererkennbaren Motiven, Figuren und —Szenenž findet man natürlich ähnlich auch in der Musik und in der Literatur.


Ein anderes, auch kritisch zu beleuchtendes Thema ist die Multiplikation der Werke. Es gibt Kunstwerke, die sind nur als einmalig geschaffene zu verstehen; andere sind geradezu zur Multiplikation geschaffen. Die —ars multiplicataž spielt schon seit der Antike eine große Rolle. Der ins Absolute gesteigerte Anspruch an Originalität und damit auch an die Einmaligkeit eines Kunstwerks stammt erst aus dem 19. Jahrhundert. Und dennoch war gerade dieses Jahrhundert groß im Reproduzieren! Das Multiplizieren im besten Sinne des Wortes, das Wiederholen der Motive und bestimmter Themen, gehört seit eh und je zur kunsthandwerklichen Tätigkeit. - Das Multiplizieren eines Werkes wird seit der Frühzeit in vielen Bereichen ausgeübt. Man denke an das Münzschlagen, an den Siegelabdruck. Was gibt es nicht für erstaunliche Werke der Münz- und Siegelkunst! Mit der Erfindung des Holzschnittes, des Kupferstiches und anderer graphischer Techniken erhielt die Frage nach dem Original eine neue Qualität. Erst recht stellt sich die Frage neu mit der Erfindung der Photographie und der modernen Reproduktionstechniken.


Eine weitere Frage wird bei der Besprechung der Weinertschen Werke immer wieder ins Spiel gebracht, das ist die Unterscheidung zwischen Kunsthandwerk und Kunst in einem hohen Sinne - eine durchaus moderne Einteilung mit eindeutiger Abwertungstendenz für das Kunsthandwerk. Gerade in dem Bereich, wo die Herstellung eines Kunstwerkes eine technische Qualifikation erfordert, ist die Qualität des Handwerklichen von enormer Bedeutung. Wer das noch nicht begriffen haben sollte, der lese einmal die Autobiographie von Benvenuto Cellini nach! - Die kunsthandwerkliche Ausführung muß mit der künstlerischen Idee in Einklang stehen.

Bei Weinert ist das Handwerkliche das ganz normale und solide Fundament seiner künstlerischen Tätigkeit. Wird der Umgang mit Metallen, Email, Holz, Elfenbein oder Edelsteinen von Seiten der Technik nicht beherrscht, fällt das Kunstwerk wieder auseinander. Auch Leonardo da Vinci, Michelangelo und der genannte Cellini hätten keine guten Maler, Bildhauer oder Goldschmiede sein können, wenn sie keine guten Handwerker gewesen wären.

Weinert ist ein Künstler der Gegenwart, dessen Wurzeln aufgrund seines Alters jetzt schon jahrzehnteweit zurückliegen, der aber nicht stehengeblieben ist. Das fortschreitende Alter bringt eine besondere Art des Redens, des Denkens und der gesamten Äußerung hervor. Es bleibt nichts wie es ist, wir befinden uns wie in einem Fluß, ohne daß wir Widerstand leisten könnten. So haben seine jüngsten Emailbilder eine tiefe menschliche Reife erlangt.


Die —Rezipientenž seiner Werke kommen aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten, aus den verschiedensten Geistesrichtungen. Es sind nicht nur Kirchengemeinden und fromme Leute. Natürlich machen die Werke der sakralen Kunst im Gesamtwerk Egino Weinerts den größten Anteil aus. Die großen, anspruchsvollen Kompositionen und Bilder aus der biblischen Heilsgeschichte oder auch die künstlerische Deutung der Sakramente an den Kelchen und Patenen, an den Altären, Tabernakeln und Taufbecken, an den Kirchenportalen und auf den Kreuzwegen, übermitteln tiefdurchdachte religiöse Aussagen. - Aber gerade auch die kleineren Gegenstände, die sich die Menschen für sich persönlich und für ihre Wohnung kaufen möchten, spielen im Schaffen Weinerts eine große Rolle. Es sind Werke, die mit ihrer Thematik etwas vom christlichen Glauben aussagen, Werke, in deren Aussagen sich gläubige Menschen mit ihrem persönlichen Glauben wiederfinden können.

Ich bin immer wieder erstaunt, daß sogenannte intellektuelle Menschen häufig genug einen - im besten Sinnen des Wortes - kindlichen Glauben besitzen. Ich meine das nicht im Sinne eines zurückgebliebenen, unerleuchteten Glaubens, sondern daß sie in ihrem Glauben so fröhlich werden können, wie ein Kind. Dieser Glaube, ein Geschenk Gottes, springt wie bei Weinert oft genug auf andere Menschen über und beglückt sie.






AUSKLANG

Der Künstler Egino G. Weinert feierte am 3. März 2000 seinen 80. Geburtstag, nachdem er kurz zuvor zwei Operationen nur mit Mühe überwunden hatte. Seine Gesundheit ist, so lange wir ihn kennen, ein Auf und Ab mit oft körperlichen, schmerzvollen Beschwerden, die zumeist wohl auf den Unfall mit all den Brüchen zurückzuführen sind. Aber die Freude an seiner Familie, die wachsende Zahl der Enkel- und Urenkelkinder, die Freude an seiner Werkstatt und dem von Waltraud umsichtig betreuten Atelier, die Galerie in Königsdorf, die Ruhe in seinem Haus in Spanien, die Zuwendung seiner Freunde und die Anerkennung weltweit sind Quellen seiner Schöpfungskraft.
Seine kleine und große Welt ist seine Werkstatt mit seinen Mitarbeitern und all dem bereits wieder neu Geschaffenen um ihn herum: Tabernakel, Hängekreuze, Skulpturen, Glasfenster, Kelche, Emaillebilder, Kreuze, Schmuck ... Die Kreuze läßt er auch in kleiner Größe anfertigen, —so daß jeder sie in die Tasche stecken kann.ž Alles Gegenstände, die man abtasten, streicheln kann und von denen sich zu trennen, ihm oft schwer fällt. Aus allem spricht der Gedanke, dem Schöpfer zu dienen, ihn sichtbar zu machen in dem von ihm Geschaffenen.
—Freude und Leid stehen unter dem Kreuz.ž
Als ich, die Verfasserin, kürzlich den Künstler sah, wie er nach einem Sturz sich nur schwerfällig fortbewegen konnte, wieder gebeutelt von Schmerzen, bemerkte ich: —Der liebe Gott hat es aber wirklich nicht gut mit dir gemeint.ž Da sagte er leise: —Aber Er hat es zugelassen. Er wird sich schon etwas dabei gedacht haben.ž
Egino G. Weinert genießt sein Leben in der Welt selbstbewußt, auch außerhalb der Klostermauern, ohne seine Sehnsucht nach der Eingebundenheit in die Klostergemeinschaft und seine Liebe zu ihr zu leugnen. Er glaubt mit einfacher, fast kindlich anmutender Liebe an Jesus, die alle, die ihm begegnen, nachdenklich stimmt. Vor allem überrascht es, wenn er von der Prophezeihung über sein Leben einmal etwas erwähnt. Aus seinen Darstellungen spricht seine visuelle, konkrete, schlichte, aber ganz innige Frömmigkeit. Er übt sich in Demut, ohne sein Ich zu verleugnen, ist fromm, ohne das Diesseitige zu verachten. Er ist mit hoher Sensibilität ausgestattet, besessen, die Fülle der Gedanken und Ideen, die ihn umfluten, in seinem Schaffen festzuhalten.
Ein Klosterbruder, der nach fünfzig Jahren seine Werkstatt in Köln zum ersten Mal aufsuchte, konnte es nicht fassen: —Und so etwas haben die Unseren aus dem Kloster entlassen!ž
Der jetzige Abt Fidelis des Benediktinerklosters Münsterschwarzach hat in einer großartigen Geste alle früheren Brüder und Patres, die dem Kloster auch nur kurz verbunden waren und den Weg zu Gott in der Welt wählten, zu einem Treffen mit Choralmesse eingeladen.
In der Messe zur Danksagung anläßlich des 80. Geburtstags des Künstlers hielt Abt Fidelis eine kurze, sehr beeindruckende Betrachtung über sein Brustkreuz, das er sich bei seiner Wahl zum Abt des Klosters Münsterschwarzach 1982 bei der Vorlage getragener Bischofskreuze verstorbener Äbte, intuitiv ausgesucht hatte: Was er lange nicht wußte: Es war die erste Arbeit, das Bischofskreuz, von Bruder Egino im Kloster Münsterschwarzach geschaffen.
Wir können nicht ergründen, welche Wege wir geführt werden. Egino G. Weinerts Kunst, seine Aussagen, spiegeln einen einfachen lebbaren Glauben wieder, der anregt, Gottes Liebe zu suchen und zu erfahren.
Das spannungsreiche Leben als —Klosterbruderž und Künstler hat ihn zu einem unerwartet großen Erfolg geführt, an dessen Ertrag er sein ehemaliges Kloster teilhaben läßt.
Auf meine Überlegung: —Dir, Egino, ist ja das Leben mit all deinen Talenten und Begegnungen in so reicher Fülle geschenkt wordenž, antwortete er: —Aber es war schwer, glaub mir, sehr schwer. Ich habe in meinem Leben versucht, außerhalb der Mauern des Klosters das zu leben, was ich einmal gelobt habe.ž
Er ist mit hoher Sensibilität ausgestattet, besessen, die Fülle der Gedanken und Ideen, die ihn umfluten, in seinem Schaffen festzuhalten.
Manchmal sagt er: —Da ist ein anderer, der meine Hand führt. Da ist vieles, was man nicht deuten kann. Alles wird uns geschenkt. Wir können nichts aus uns selbst.ž
Die Bereicherung, die ich durch die Begegnung mit Egino G. Weinert erfahren durfte, veranlaßte mich, obwohl ich einer Tätigkeit nachgehe, sein Leben in der vorgelegten Form aufzuzeichnen.
Ich hoffe, aus den von mir wiedergegebenen Erinnerungen ein wenig die Begeisterung für das Leben Egino G. Weinert angedeutet zu haben, so dass man seine Begeisterung für das Leben und seine Liebe zu Gott nachempfinden kann.

Dr. Evamaria Kepper







KURZER LEBENSLAUF

Egino Günther Weinert wurde am 3. März 1920 in Berlin als Erstes von fünf Kindern in einer gläubigen Familie geboren. Er studierte schon als Zehnjähriger Museen und zeitgenössische Künstler, wie Nolde, Dix, Beckmann und Liebermann. Er pflegte anregende und vielfältige Kontakte im Laufe seines arbeitsreichen Lebens. Die breitgestreuten Grundlagen für sein künstlerisches Schaffen als Goldschmied, Bildhauer und Maler erhielt er als Bruder von 1934 bis 1949 im Benediktinerkloster Münsterschwarzach bei Würzburg, das er sich mit seinem Missionsanliegen und den Werkstätten als Vierzehnjähriger ausgesucht hatte. Den Zweiten Weltkrieg überstand er bei der Marine, ohne Schaden zu nehmen. Seine rechte Hand verlor er durch einen Unglücksfall im Elternhaus im bombenzerstörten Berlin. Eine wichtige Ausbildung erhielt er in der Kunstschule in Köln. Noch heute durchdringt das geistliche Anliegen des Klosters den Künstler in seiner eigenen Auffassung vom Leben, in seinem Atelier, seiner Werkstatt, in seinen Werken und in seiner Familie, die er 1951 mit Anneliese Leopold, einer Lehrerin, gründete und aus der vier Kinder stammen. Seine Kinder, fast groß geworden in der Werkstatt, sind auch alle in künstlerischen Berufen tätig. Nach langer Krankheit und Tod von Anneliese 1986, schloß er die zweite Ehe mit Waltraud, geb. Foerster, die dem rastlos Schaffenden und von vielen Leiden geplagten, unermüdlich und umsichtig zur Seite steht. Für den Stil und die Art seines Schaffens wurde ihm richtungsweisender Rat gegeben durch die Schau einer Stigmatisierten, die dem Zweifelnden 1952 übermittelt wurde:
—Male so, wie du glaubstž
Seine Werke haben sich wie eine Botschaft, über alle Grenzen hinweg, verbreitet.


VITA DES KÜNSTLERS

03.03.1920 Geboren in Berlin-Schöneberg als Ältester von fünf Geschwistern
01.10.1934 Eintritt in das Lehrlingsheim des Benediktinerklosters der Abtei Münsterschwarzach, tätig in der
Missionsabteilung
1935 Ein Jahr Landwirtschaft, zwei Jahre kaufmännische Lehre
1936/37 Ausbildung bei dem Restaurator und Kirchenmaler Bruder Lukas Mahler und Bildhauer
Professor Maurus Kraus
25.04.1937 Postulant, Eintritt in die Klostergemeinschaft
27.04.1938 Aufnahme als Novize, Ordensname: Bruder Egino
11.07.1937 Ausbildung als Goldschmied in Münsterschwarzach
bis 1940 und Würzburg
04.05.1939 Zeitliche Profeß
01.09.1939 Zweiter Weltkrieg
bis 7.05.1945
11.07.1940 Gesellenprüfung als Gold- und Silberschmied (mit Auszeichnung)
1941 Gefängnis in Würzburg, Ottostraße, wegen Hitlergrußverweigerung
01.12.1941 Einzug zum Militärdienst bei der Marine
1942 Gemeinsames Malen mit Günther Blunk und Ewald Jorzig (in Wilhelmshaven und Zeven)
13.09.1944 Meisterbrief als Gold- und Silberschmied (Bremen)
1944 Marinesoldat in Italien (La Spezia)
1945 Kriegseinsatz und Ende des Krieges in Küstrin und Schleswig-Holstein
28.05.1945 Entlassung und Rückkehr ins Kloster
11.03.1946 Verlust der rechten Hand im Elternhaus in Berlin durch eine als Sicherung getarnte russische
Sprengkapsel
1946 Erste Arbeit mit nur einer Hand in der Goldschmiede:
eine —Paxtafelž
28.08.1947 Besuch der Werkschule in Köln
bis 19.8.1948
1947 Goldschmiedeklasse bei Professor Elisabeth Treskow
1947 Metallbildhauerei: Professor J. Jeckel
Graphik: Professor Husmann
Kunstgießerei: Drei selbst modellierte plastische Figuren
Semesterpreis bei Professor Jeckel und Professor Treskow
16.03.1949 Entlassung aus dem Kloster
1949 Weiterer Besuch der Werkschule in Köln
Freie Malerei bei Professor Direktor Vondemberge
1949 Gründung eines eigenen Ateliers für Goldschmiede, Malerei und Bildhauerei in Bonn im Keller
der Kronprinzenstrasse 3
1950 Gründung eines Ateliers in der Schweiz (Luzern, Weihestraße 12)
06.1.1951 Heirat mit Anneliese Leopold in Bonn
1951 Geburt von Tochter Gisela, 1954 Geburt des Sohnes Clemens, 1957 des Sohnes Egino und 1961 des Sohnes Fidelis
1954 Eröffnung einer Galerie in Bonn, Kronprinzenstraße 1
1956 Einzug in Köln, Marzellenstr. 42, Atelier und Werkstatt bis heute
1963 Gründung eines zweiten Ateliers mit Werkstatt in Denia, Spanien
Erste Begegnung mit Papst Paul VI.
198o Erweiterung des Ateliers in Köln und des Ausstellungshauses in Königsdorf (bei Köln)
1985 Tod seiner Frau Anneliese
Wiederverheiratung mit Frau Waltraud Foerster
1985 Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande
1994 50-Jahrfeier als Kirchen- und Goldschmiedemeister und seiner Tätigkeit als Maler und Bildhauer
1995 Meßfeier am Stefan-Lochner-Altar im Kölner Dom zum 75. Geburtstag
1995 Erstellung des ersten Kunstkalenders. Themen: Heilige Familie, Heilige in der Ehe, Heilige
Eheleute
1996 bis 2002 Kalender mit den Evangelien der drei Lesejahre
1997 Gestaltung der Weihnachtsbriefmarke für die Post in Luxemburg
2000 Meßfeier in der St. Maria-Himmelfahrtskirche auf der Marzellenstraße zum 80. Geburtstag des Künstlers, zelebriert von Abt Fidelis (Kloster Münsterschwarzach), Abt Nikolaus (Kloster Strahov in Prag) und von Propst Johannes der Prämonstratenser Chorherren, Schönbrunn, Bayrischer Wald
02 16 große Glasfenster für die Benediktiner-Abtei Waegwan in Korea
03 Gestaltung von Kalendern
04

QUELLENNACHWEIS

VERZEICHNIS VON BEGEGNUNGEN

Adenauer, Dr.jur.Konrad. *1876 Köln, gest. 1967 Bad Honnef-Rhöndorf.
Zentrum, CDU Bundeskanzler 1949-1963.
Albertus Magnus. *um 1200 Launingen, gest. 1280 Köln. Seit 1223 Dominikaner,
Kirchenlehrer,Scholast, Gelehrter. Sein Schüler war Thomas v. Aquin.
Angelico, Fra. *1387 Rom, gest. 1455 Rom. Ital. Maler, Gotik-Frührenaissance. Plast.
Darstellung der Perspektive, nahm in seiner frommen Malerei die Wiedergabe des Lichts auf.
Axmann, Arthur.
Barlach, Ernst. *1870 Wedel/Holstein gest. 1938 Rostock. Bilderwerke in Holz, Porzellan, Gips,
Terrakotta.
Barmherzige Brüder, General, Rom, ehem. Sekretär v. Papst Pius XII
Becker Architekt. Regensburg, Auferstehungskirche i. Pirk.
Beuys, Josef. *1921 Kleve gest.1986 Düsseldorf. Prof. a. Kunstakademie Bildhauer, Zeichner, Maler, Graphiker, Aktionskünstler, Kunsthistoriker, Dichter: Kunstwerk ist kein Vor-od.Nachbild, ist unmittelb. Wirksame Größe. Schüler v. Mataré.
Blunck, Heinrich. *1891 Kiel - 1963 Maler und Lithograf, v. fläm. Kunst beeinflußt
Böhr, Karl Peter. *1925 Remagen. Bemerkensw. Architekt der Nachkriegs-Kirchenbauten
Bosch, Hieronymus. 1450-1416 Herzogenbusch Niederländ. Maler, Erfinder phantastischer u. seltsamer Dinge,
Meister physiognom. Charakteris.
Breker, Arno. *1900 Elberfeld. Monumentalfig. und Bildnisse, gefördert d. Nationalsozialismus
Brosch, Ella. Prof. für Paramentik i, Saarbrücken. 1925 Verlegerin einer Kunstzeitschrift f. Paramentik.
Brüning, Heinrich. *1885 Münster gest. Norwich USA. Politiker Zentrum
Butterhoff Pfarrer in Fürth (früher i, Münsterschwarz.) Kirchen um Bamberg u, München
Camperdonk, Heinrich. * 1889 gest. 1957. Maler und Graphiker kombiniert abstrakte Formen u. figürl. Elemente
Chagall, Marc. * 1887 b.Witebsk gest.1985 Saint Paul de Vence. Franz. Maler u. Graphiker russ. Herkunft,
poet. Bildmotive, relevante progressive Stileinbrüche.
Corbusier Le, Charles Édouard. * La Chaud-de Fond gest. Roquebrune. Franz.-schweizer. Architekt,
Städteplaner, Maler, Bildhauer. Fand neue Sprache und Formen bei Verwendung von Stahlbeton
Christie, Agatha. * 1890 Torquay gest. 1976 Hallingford. Engl. Kriminalschriftstellerin
Dali, Salvador. *1914 gest. 1989. Span. Maler. Meister surreal. Tromo-l`oeil-Malerei
Dinnendahl, Hans. * 1901 Krefeld. Architekt und Bildhauer. Zunehmend gerne einfache Formen, verhaltene
Gebärdensprache, christl W.
Dix, Otto. *1891 Gera gest. 1969 Singen. Vertreter d. i. Dadaismus wurzelnden sozialkrit.
Verismus, altmeisterl. Maltechnik, Kriegsthemen.
Döpfner, Julius. *1913 Hausen Unterfranken gest. 1976 München. 1948-1957 Bischof v.
Würzburg ...(1958 Kardinal).
Ehrenfried, Mathias. 1924-1948 Bischof in Würzburg.
Emmerich (ik), Anna Katharina. * 1774 bei Coesfeld gest. 1824 Dülmen. Augustinerin, 1812
stigmat. Visionen v. Leben u. Leiden Jesu u. Mariens liter. gestalt. v. Clemens Bretano.
Feuerbach, Anselm. *1829 Speyer gest. 1880 Venedig. Maler, monumental mytholog. Themen,
melanch.-heroische Simmung. Akademieprof. Wien.
Flavian, Bruder. Graphiker, Maurermeister
Franke, Karl. *Metz gest. 1996 bei Büderich. Bildhauer, Mataré-Schüler.
Frings, Josef. *1897 Neuss gest.1978 Köln. 1946 Kardinal, 1942-1969 Erzbischof von Köln.
Gaugin, Paul. *1848 Paris gest. 1903 Marquesainseln. Franz. Maler Graphiker, Bildhauer,
Keramiker. Entwickelte n. Malstil mit groß gesehenen Figuren, fest. Konturen, starken fläch.
Farben.
Gehrlich Dr., Fritz. 1920-1928 Chefred. der München. Neuest. Nachrichten. Gegner des
Nationalsoz. 1.7.1934 von der SS erschossen. Generalabt i. San Anselmo, Präfekt d.
Priesersemin. In San Paul Minnes.
Gies, Ludwig. Langjähriger Leiter der Bildhauerklasse an der Kölner Werkschule
Goebbels, Paul Josef. *1897 Reydt gest. 1945 Berlin. Journalist, einer der Hauptverantwortl. d.
national.-sozial. Deutschlands.
Gogh van, Vincent. *1853 gest.1890. Niederl. Maler. Impulsiv gestalt. Malweise vom subjekt.
Empfinden gesteig. Ausdruckskraft d. Farbe
Greco, El. *um 1541 bei Heraklion gest.1614. Span. Maler, Neigung zur Expression, Abstraktion
d. körperl. Erscheinungen, Altarbilder.
Gründgens, Gustav. *1899 Düsseldorf gest.1963 Manila. Regisseur, Theaterleiter, Schauspieler.
Schuf beispielhafte Inszenierungen.
Grünewald, Mathias. *1480 Würzburg gest.1528 Halle/Saale. Maler, Wasserbautechniker
Guardini, Romano. *1885 Rom gest. 1968 München. Kath. Religionsphilosoph u. Theologe,
liturg. Bewegung.
Hausler. Prälat Zentralkomité d. Dt. Katholiken, Einrichtung einer Kapelle.
Hecker, Peter. Bedeutender Wandmaler St. Mechtern Köln, Hedwigskirche Berlin, St. Kastor
Koblenz u.a.
Heiermann, Theo. Sürth bei Köln. Maler, Bildhauer (Kreuzw. St. Heribert Köln-Deutz u.a.).
Helm Dr. phil. Dr. jur.can., Bruno. *1911 Olten gest. 2003 Solothurn Erzb. 1947-1985
Kirchendiplomat in Päpstl. Dienst, Sekretär v. Papst Johannes XXXIII, später Nunzius.
Hillebrand, Elmar. Maler, Bildhauer Kunstpreis der Stadt Köln 1961 (Kreuzweg St. Kunibert Köln
u.a.).
Hoff von den, August. Direktor und Prof. a. d. Werkschule Köln 1945-1949 Maler.
Hoover, Herbert Clark. Präsident d. USA 1929-1931 Leiter des Hilfswerks.
Hussmann, Heinrich. 1927-1964 Prof. Werkschule Köln Graphiker.
Jaeckel, Josef. Prof. a. d. Werkschule Köln Maler, Bildhauer.
Jorzig, Ewald. Maler.
Kandinski, Wassily. *1866 Moskau gest.1944 bei Paris. Russ. Maler u. Kunsthistoriker
Kardinal von Bologna verlieh Ehrendoktorwürde f. d. Werke in Galeazza.
Kleefisch Dr., Erich. *1934 Düsseldorf, ermordet 1934 Berlin b. —Röhmputsch.ž Kath. Politiker,
Architekt.
Kokoschka, Oskar. *1886 Pöchler Niederöst. gest. 1989 Montreux. Maler Porträt u. Landschaft,
Expressionist.
Kunst Dr., Hermann. *1907 Ottersberg. Evang. Militärbischof, Vertretung bei der
Bundesregierung Bonn, EKD.
Liebermann, Max. *1847 Berlin gest.1935 Berlin. Führend. Meister d. dt. Impressionalismus,
Strand- und Dünenlandschaft.
Lochner, Stefan. *um 1400 Meersburg gest.1451 Köln. Sorgfält. Malerei juwelenhafte
Kostbarkeit, Leuchtkraft.
Lützeler, Heinrich. *1902 Bonn gest.1988. Prof. für Kunstgeschichte und Ästhetik Univ. Bonn.
Macchi, Pasquale. *1923 Mailand. Erzbischof, ehemal. Sekretär v. Papst Paul VI.
Marc, Franz. *1880 München gefallen 1918. Verdun Maler symbolstarker Farben u. kristalline
Formen, Tierstudien, —Blauer Reiterž gegr. mit Kandinski.
Marx, Wilhelm. *1863 Köln gest. 1946. Bonn ehemal. Reichskanzler, Arbeitslosenversicherung,
Einf. der Reichsmark.
Mataré, Ewald. *1887 Aachen gest. 1965 Büderich. Prof. a. Akademie Düsseldorf Bildhauer
Tierfiguren, vereinfachte Formen, drei bronz. Türflügel Kölner Dom.
Meier. Architekt Neumarkt a.d. Aisch u. Umgebung 30 Kirchenbauten.
Meistermann Prof., Georg. *1911 Solingen Maler kirchl. u. profane Glasfenster (Köln
u. Schweinfurt).
Mellmann Prof., Walter. Architekt Nazarener Stil um 1800 n. d. Vorbild rel. Bruderschaften d.
Mittelalt. gegr. Lucasbund. Die —Nazarenerž (bes. J. v. Führich u. E.v.Steinle) fanden
Vorbilder bes. i. d. rel. Kunst v. P. Perugino und Raffael
Neumann, Therese. *1898 gest. 1962 konnersreuth, Oberpfalz, stygmatisiert, trug Wundmale
Christi an Händen, Füßen , Brust, Kopf. Aß und trank nichts außer der tägl. Kommunion seit
der Fastenzeit 1927 bis zu ihrem Tode. Erlebte in Extase Passionsvisionen jedesmal mit gr.
Blutverlust. (Keinen Kontakt mit E.G.W.).
Newmann, Kardinal London.
Nolde, Emil. *1867 Südtondern gest. 1956 Seebüll Maler, Graphiker, Hauptmeister d. dt.
Expressionismus, oft grelle Kontrast gesteigerte Leuchtkraft.
Ödinger Dr., HNO-Arzt in Würzburg.
Pater Augustinus Graf Henckel v. Donnersmarck. *1935 Schlesien, Praemonstratenser
Paul VI *1897 b. Brescia gest. 1978 Gandolfo. - Papst von 1963-1978 Zweites Vatikanisches
Konzil 1965, Liturgie- u. Kurienreform, betonte.







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